Gedanken über Corona – just my 2 cents

Ich saß Ende Februar in meiner Homebase am Esstisch, an dem ich meinen Arbeitsplatz eingerichtet hatte, und bekam Tag für Tag mit, wie dieser Virus aus dem fernen weiten China sich ausbreitete.

Selten gibt es etwas, was mir Angst macht. Nachdem aber meine  Mutter mich angesichts meiner bevorstehenden Bahn- und Flugreise mehrmals darauf hingewiesen hatte, vorsichtig zu sein und mich auf Corona angesprochen hatte, machte ich mich daran, mich das erste Mal „richtig“ über diesen Virus zu informieren.

Und es war wie immer:

Man bekam ALLE möglichen Meinungen dazu. Von „ist super gefährlich“ bis „ist nur ne normale Grippe“ war alles dabei.

Hier soll es nicht darum gehen, was nun stimmt. Ich weiß es nicht. Ich kenne verschiedene Standpunkte, aber weiß nie die ganze Wahrheit.

Ich weiß nur:

Mehr Angst als dieses Virus macht mir das, was die Politik daraus macht bzw. machen wird. Nicht das erste Mal werden die Medien von einem Thema beherrscht, dass alle anderen (inkl. Verabschiedung wichtiger neuer Gesetze) einfach verdrängt.

Noch in Deutschland (Ende Februar) fragte ich mich, warum, wenn dieses Virus wirklich so gefährlich ist, nicht einfach mal der globale Flugverkehr lahmgelegt wird? Ganz ehrlich: Wie viele Flüge sind wirklich lebensnotwendig oder lebensrettend? Wie viele Passagiere haben ein Spenderorgan (nicht ihr eigenes 😛 ) im Gepäck oder sind spezialisierter Arzt, der für eine lebensrettende OP vom A nach B muss?

Auch ich hätte im Zuge dessen auf meinen Flug verzichten müssen, was okay gewesen wäre. Um Menschen zu schützen.

Wenn unsere Regierung wirklich das Wohl ihrer Bürger im Sinn gehabt hätte, hätten solche Maßnahmen früher eingeleitet werden müssen.

Aber es vergingen noch 2 weitere Wochen.

Zwei weitere Wochen, in denen ich aufgrund von Zugausfällen in einem Zug unterwegs war, der die dreifache Kapazität an Passagieren beförderte als normalerweise. Mit diesem Zug fuhr ich nach Mittelfranken, wo einen Tag zuvor der erste bestätigte Corona-Fall aufgetreten war. Und ich flog in einem voll besetzten Flugzeug nach Thessaloniki, Griechenland.

Da kam das nächste Angst-Thema auf: Die Flüchtlingssituation an den türkischen Grenzen. Ich reiste 3 Tage eher in die Türkei ein und nahm hierfür den Umweg über Bulgarien in Kauf. Zumindest an dieser Grenze merke man absolut NICHTS von Flüchtlingen. Nix los, niemand da.

Nur die Grenzbeamten trugen Handschuhe, manche einen Mundschutz.

 

Ich machte meinen Weg bis nach Izmir. Weil mein Router (danke, Alcatel, nach 2,5 Jahren – ein Schelm, wer Böses denkt!) nicht mehr funktionierte, organisierte ich mir einen neuen und musste auf das Paket warten. Letztlich bin ich immernoch in Izmir.

Hier ist es echt schön. Nicht umsonst habe ich 1,5 Jahre hier gelebt. Wann immer ich Besuch bekam, hat die zeit gar nicht gereicht, um all die tollen Dinge zu tun, die man hier tun kann:

  • Lecker türkisch essen
  • Auf den Bazar in Izmir
  • Auf den Bazar in Alacati
  • Shoppen
  • Ann einen der zahlreichen wunderschönen Strände
  • In einer heißen Quelle baden
  • Liebe Freunde besuchen
  • Ins Hamam gehen
  • und und und…

 

Jetzt bin ich hier. Wie auch die wenigen anderen Touristen, die mit ihrem Reisemobil in der Türkei feststecken, da seit Mitte März die Grenzen geschlossen sind und der Flugverkehr weitestgehend eingestellt, warten wir nur darauf, dass auch hier der Lockdown kommt.

 

Ich befürchte, dass es in diesem Fall evtl. nicht mehr möglich sein wird, im Wohnmobil auf öffentlichem Grund zu sein. Auch wenn „Zuhause bleiben“ für mich genau das bedeuten würde. Deswegen habe ich mich (in meiner anfänglichen bzw. anfangs immer wiederkehrenden Panik) bereits nach Möglichkeiten umgehört, mein Fahrzeug auf Privatgrund abstellen zu können.

 

Während der Lockdown u.A. in Bayern, Griechenland, Spanien etc. schon Realität ist, wird in der Türkei „nur“ darauf hingewiesen, dass man Zuhause bleiben soll, keine anderen Leute treffen soll, Abstand halten soll etc.

Ich bin dankbar für Abstandshinweise im Supermarkt auf dem Boden, für jeden, der Abstand hält (egal, wie schlimm dieser Virus nun angeblich ist oder nicht – sicher ist sicher) und habe mir mittlerweile auch selbst „Social Distancing“ (zumindest im Reallife) verordnet.

Von Freunden erfahre ich, dass in Izmir kaum noch was los ist. Selbst sehe ich – zumindest an den Plätzen, an denen ich mich aufhalte, dass viele sich genauso verhalten wie sonst auch. Wochenendausflüge wie gehabt, nachmittags/ abends mit dem besten Kumpel an einen schönen Spot fahren, Bier trinken (evtl. die Dosen aus dem Autofenster werfen) und so weiter. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die vielen Ausflügler ohnehin im selben Haushalt leben. Maybe.

An solchen „crowded places“ werde ich übrigens von der Polizei in Ruhe gelassen – schon immer – auch wenn griechische Inseln viel näher sind als an Orten, an denen sie mich mitten in der Nacht rausklopfen um zu überprüfen, ob sich in dem großen Auto nicht zahlreiche Flüchtlinge befinden, bereit, auf eine griechische Insel verschifft zu werden (Eigentlich dachte ich ja, das wird seit kurzem innerhalb der Türkei nicht mehr geahndet?!…).

 

Super gerne würde ich wieder mehrere Tage so einsam stehen (wie hier), und werde es auch tun – bis mich die Polizei eben wieder wegschickt. Wobei ich ja sagen muss, dass ich froh bin, wenn dies der Grund ist. Und es nicht irgendwann heißt „Du darfst dich hier keinen Zentimeter mehr wegbewegen.“ Oder „Warum bist du hier draußen? Geh sofort ‚nach Hause und bleib dort!“

Dabei bin ich, finde ich, an einem einsamen Ort am besten aufgehoben #Karantina

LOVE-VIRUS: Die ganz andere Sicht auf die “Corona-Krise” von Stefan Hiene! Ich liebe ihn!

/ Das hier ist nur meine Meinung und meine Eindrücke. Hier und da mag sich Zynismus oder Ironie finden. Ich kenne nicht die ganze Wahrheit und was hier und da dahinter steckt. So far, just my 2 cents.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.