Ohne Wohnmobil mit dem Flieger aus der Türkei ausreisen – so geht’s.

Ich kannte das Vorgehen ja bereits von meiner Zeit an der Deutschen Schule Izmir. Damals hatte ich ein Ikamet, eine türkische Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis und somit einen anderen Status als ein Tourist.
Die große Frage, die sich mir diesen Sommer mit meinem Touristenvisum stellte: Kann ich es als Tourist ebenso handhaben? :

Das Vorgehen: Wohnmobil im Land lassen und ausfliegen

Papier zum Verbleib der Fahrzeugs in der Türkei

Papier zum Verbleib der Fahrzeugs in der Türkei

  • Das Wohnmobil irgendwo in der Türkei abstellen,
  • mit Ausweis und Fahrzeugpapieren rechtzeitig vor Abflug zur Zollstelle am Flughafen gehen
  • dort mit dem Polizisten ein Formular ausfüllen
  • dieses enthält: Adresse, wo das Fahrzeug steht, Kontaktmöglichkeiten, Einfuhrdatum, Ausreisedatum, Fahrzeugkennzeichen, Ausweisnummer, Unterschrift sowie den Hinweis, dass niemand anderes in der Zeit meiner Abwesenheit dieses Fahrzeug nutzen darf (ob darin auch die Wohnnutzung eingeschlossen ist, weiß ich leider nicht 😉 )
  • und dann einfach in den Flieger steigen, und alles ist gut?

Ja, das geht!

Mein lieber Stellplatznachbar in Akyaka hat sich bemüht, für mich bei den türkischen Behörden anzurufen, nachdem meine Anfrage beim Deutschen Generalkonsulat keine zufriedenstellende Antwort zutage brachte, und für mich alle offenen Fragen abzuklären.
Ich war so beruhigt, als ich das erfahren habe! Außerdem ließ er mich beim Telefonat mithören, nud ich erfuhr er quasi aus erster Hand.
Zur Feier des Tages und weil ich mir die Fähre auf die griechische Insel Chios (ca. 500€ Hin und Zurück) sowie persönliches Abklären in Izmir vor Ort sparen konnte, verlängerte ich meinen Aufenthalt in Akyaka und genoss einen weiteren – wirklich – allerletzten Tag mit Kite und Board auf dem Wasser!

 

Umsetzen der Theorie in die Praxis: Ich lasse meinen Kastenwagen in der Türkei und fliege nach Deutschland

Kastenwagen auf dem Parkplatz am Flughafen Izmir

Kastenwagen auf dem Parkplatz am Flughafen Izmir

Klappt wirklich alles so wie geplant?
Nach reichlicher Überlegung hatte ich beschlossen, meinen Kastenwagen nicht irgendwo abzustellen, sondern auf dem Flughafenparkplatz. Den hatte ich bereits einige Tage zuvor ausgecheckt, denn Parkhaus ist mit solch großen Fahrzeugen immer schwierig 😉 Es gibt aber den „offenen“ (nach oben) Parkplatz, auf den man auch mit großen Gefährten drauf fahren kann.

Wie ich darauf gekommen bin?

Als ich – deutsch wie ich bin – bei meiner Rückkehr nach Izmir doch einen Abstecher zum Flughafen gemacht habe, um nochmal beim Zoll abzuklären ob das auch wirklich so funktioniert, wenn man Tourist ist, stand ein anderes deutsches Wohnmobil auf genau diesem Parkplatz. Gut.
Ich fuhr also durch die Schranke auf den Bus- und Kleinbusparkplatz, auf dem die Touristen aus dem Flieger eingesammelt und dann zu ihren Hotels gefahren werden und stellte mich in die Ecke zum Wohnmobil, wo mit weniger Busverkehr zu rechnen war.

Vorher hatte ich die Himmelsrichtungen abgecheckt und parkte – auf Rat meines Bruders – die Nase nach Norden (weil die Hitze für die Elektronik nicht das Beste sei), Arsch nach Süden und die Kühlschrankseite war somit leider den Vormittag über in der Sonne.

Erste Amtshandlung: Nur mit den wichtigsten Papieren zum Zoll. Papier ausgefüllt (dass ich keine Adresse in der Türkei hab und das Wohnmobil auf dem Parkplatz am Flughafen steht, fand der Bearbeiter etwas komisch, setzte aber trotzdem Stempel und seine Unterschrift auf das Dokument) und nochmal zurück zum Kastenwagen.

 

Das Wohnmobil am Flughafen in der Türkei abstellen: Langzeitparken und Preise

Preise Parkplatz Flughafen Izmir

Preise Parkplatz Flughafen Izmir

Ebenfalls vorher abgeklärt hatte ich den Preis fürs Parken auf dem Fluhafenparkplatz über einen längeren Zeitraum:

279,50 TL (ca. 45€)

Der Parkplatz war nur zugänglich durch eine Schranke und im Häuschen saß auf der Ausfahrtseite ein Kassierer. Der hat dank Jalousien gegen die Sonne nicht unbedingt den ganzen Parkplatz im Blick, aber dennoch ist es gut, rund um die Uhr jemanden dort zu wissen.

Zweite Amtshandlung: Das Parkticket für 30 Tage besorgen.
Da ich mein Fahrrad ohnehin IN den Kasten verstauen wollte und es hierfür vom Träger nehmen musste, konnte ich es auch direkt dazu nutzen, zum Schalter im Parkhaus zu fahren, wo man die Langzeitabonnements abschließt. War lauffaul und hatte ein bisschen die Zeit im Nacken.
Dort habe ich das Ticket, das ich an der Zufahrt zum Parkplatz gezogen hatte, abgegeben und bekam eine schicke Plastikkarte mit meinem Namen drauf, auf dem die 30 Tage gebucht waren. Für die Karte musste ich weitere 45 Lira berappen (ca. 7€). Nicht als Pfand – die Karte gehöre jetzt mir und ich könne sie jederzeit wieder mit Zeitguthaben aufladen. So weit, so gut. Trotzdem sind 52€ ein guter Preis für einen Monat auf dem Parkplatz direkt am Flughafen!

 

Den Kastenwagen fertig machen für drei Wochen auf dem Parkplatz ohne mich

Mit der Parkkarte im Gepäck fuhr ich mit meinem Rad also zurück zum Kastenwagen.

Hier hieß es noch:

  • Kühlschrank einstellen (den ließ ich auf kleiner Stufe laufen, weil ich einige (Kosmetik)Produkte habe, die in der Hitze nur kaputtgehen. Außerdem war noch genug Gas an Bord)
  • Den letzten Schluck Wasser aus dem System laufen und alle Hähne offen stehen lassen.
  • Alle Fenster auf Kipp (die Stellung, in der das Fenster noch geschlossen ist, aber minimal Luft rein kommt, um Hitzestau zu vermeiden – ich hab da so meine Erfahrungen…)
  • Und Jalousien zu
  • Dachfenster zu und halb abdunkeln
  • Einbruchsicherung soweit möglich vornehmen
  • Bett hochlappen und darunter etwas aufräumen
  • Fahrrad rein (damit es mir nicht geklaut wird und weil 3 Wochen Knallsonne dem Teil auch nicht gut tut)
  • Koffer, Rucksack, Laptoptasche raus
  • Elektronik vom Aufbau deaktivieren
  • Raus, zuschließen und Tschüss!!

Ein komisches Gefühl, mein Zuhause zurückzulassen

Dann hieß es also wirklich: „Bye, bye, Kastenwagen“ und darauf vertrauen, dass er da die nächsten 3 Wochen gut steht.
Ich muss sagen, ich bin noch nie so ungern geflogen. Der Anteil an Freude und Abenteuer, der sonst beim Fliegen da war, war diesmal entschieden geringer. Ob es wohl daran lag, dass ich gerade quasi „ausgezogen“ bin? Auch die Tatsachen, dass die nette Frau am Fenster mir ihren Platz überließ und ich so von oben nochmal einen tollen Blick auf Izmir und Umgebung hatte, änderte daran leider nicht allzu viel…

Blick auf Izmir und Umgebung aus dem Flieger

Blick auf Izmir und Umgebung aus dem Flieger

30 Kilogramm Freigepäck mit Sun Express nach Izmir

Mein mittelgroßer Koffer, den ich in weiser Voraussicht mit im Kasten hatte, war nur halb gefüllt, denn ich hatte bereits im August eine Kiste vorbereitet, in der Krams und Klamotten für meine Zeit im Dachzeltauto waren. Denn von letzteren habe ich mehr als genug. Beim Rückflug in die Türkei war mein Koffer voll (u.a. mit Essen, das es in der Türkei nicht gibt – nicht nur für mich 😉 ) und ich hatte noch meine neue Isomatte in einer Ikeatasche verstaut. Das Gute an den Flügen nach Izmir ist (wenn sie mit Sunexpress stattfinden): Man darf 30 kg mitnehmen, egal in wie vielen Gepäckstücken. Auch Sperrgepäck ist kein Problem – ich hab sogar mal einen recht großen Karton mit einem Campingstuhl darin so in die Türkei zu meinem Kastenwagen befördert (lustigerweise war das damals das einzige Gepäckstück, das erstmal ankam… aber das ist eine andere Geschichte ^^ )

Wenn ihr also mal von der Türkei nach Deutschland fliegen müsst und euer Mobil hier stehen lassen müsst oder wollt: Am Flughafen Izmir seid ihr – nicht zuletzt dank meiner Anleitung hier 😉 – gut beraten. Und wenn dann auch noch liebe Bekannte, wenn sie mal am Flughafen sind, ein Bild vom Wohnmobil nach Deutschland schicken, werden die sorgen klein und ist die Freude groß! 😀

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