Lockdown-Woche 3 in der Türkei: Von Kitesurfen, Krankenwagen und unserer kostbaren Zeit.

Am Dienstag erreichten mich eine gute und eine schlechte Nachricht.

Die schlechte war: Am Wochenende wird es wieder einen Lockdown geben.

Die gute Nachricht: Zwei aus meiner „Türkei-Wohnmobil-Corona“ WhatsApp-Gruppe haben sich erfolgreich auf den Weg über zwei Provinzgrenzen hinweg nach Izmir gemacht.

 

Blieb mir also nur eines: Jede freie Minute unter der Woche so bewusst wie möglich genießen und das Beste draus machen.

So fuhr ich am Dienstag erstmal an den Strand, an dem ich nachts um 1 rausgeklopft worden war. Da mittlerweile die Medien verlauten lassen, dass die Türkei wieder Flüchtlinge u.a. nach Izmir schafft und die Grenze nach Griechenland öffnen will, war klar, dass ich dort nicht übernachte. Aber eine lange Pause zwischen Nachhilfestunden konnte ich am Strand liegend genießen. Die warme Sonne, der kühle Wind, das Rauschen der Wellen. Traumhaft. Bin sofort eingeschlafen 😀 Aber nur bis es kühler wurde, weil sich Wolken vor die Sonne schoben. Also wieder in den Van und an die Arbeit.

Am Abend wollte ich eigentlich in die Site fahren, aber weil dort kein Platz war für meinen Van bin ich kurzentschlossen doch zu Ben und Felix gefahren, die ganz in der Nähe am Strand standen. Beste Entscheidung. Wir haben gemeinsam noch lecker zu Abend gegessen und uns gut verstanden.

Am nächsten Tag checkte ich auf meinem Morgenspaziergang endlich die Koordinaten für einen meiner geplante Earthcaches aus und genoss die Natur. Ansonsten waren wir alle 3 am Arbeiten. Zwischenzeitlich musste ich den Platz leider verlassen um an einem Platz mit besserem Internetempfang meine Nachhilfestunden geben zu können. Am Abend fuhren wir noch zusammen an einen Kitespot – hatte ich schon erwähnt, dass die beiden genauso kiteverrückt sind wie ich?! 😀

So trotzdem wir dem nächtlichen Starkwind (Danke für den Windschutz ;D) und am nächsten Tag kamen nicht gerade wenige Locals an diesen Platz um auf dem Wasser Spaß zu haben. Der Wind war für uns und unsere Ausrüstung leider zu stark. Aber anderen beim Kiten zuzusehen, ist auch schön 😀

 

Für Freitag war weniger Wind angekündigt. Leider zu wenig. Also beschlossen wir, an einen anderen Strand zu fahren, wo wir allerdings kurz nach Ankunft von einer Zivilstreife direkt wieder weggeschickt wurden. Komisch, dass ein Freund von mir kurz danach dort zum (Sonnen-)Baden war und einen tollen Nachmittag hatte, von Polizei keine Spur… Tja, sind wohl etwas auffällig, unsere Fahrzeuge 😛 (Ben fährt einen alten Krankenwagen)

Ich war noch nie SO KURZ DAVOR, an diesem Strand Kitesurfen zu gehen. Das ist mein großer Traum, mein großes Ziel. Es ist einfach traumhaft schön dort.

Und wie so oft hat alles Schlechte auch was Gutes: Alternativ fuhren wir die heiße Quelle an, wo wir direkt mit anderen ins Gespräch kamen und sogar von 2 deutsch-türkischen Brüdern zum Abendessen eingeladen wurden. Nicht nur ich holte mir dort einen ordentlichen Sonnenbrand… es war einfach zu schön, im heiß-warmen Wasser zu baden 😀

Bevor wir zu den zwei Brüdern fuhren, erledigten wir noch unseren Wocheneinkauf auf dem Bazar und im Supermarkt.

Wenn ich alleine bin, nehme ich solche Einladungen natürlich nie an. Umso mehr hat es mich gefreut, zusammen mit Ben und Felix einen schönen Abend mit anderen verbringen zu können. Wir haben lecker gegessen und hatten danach noch eine lustige und informative Zeit.

Nicht allzu spät machte ich mich dann doch schweren Herzens auf dem Weg zu meinem Safe Place. Es war angekündigt, dass am Freitag ab 15 Uhr bereits Polizeikontrollen stattfinden und so wollte ich nicht auf den letzten Drücker los. Kurz vor dem Ziel noch eben den Wassertank aufgefüllt und ab in den sicheren Hafen… hinter Schloss und Riegel 😀

 

PS: Mein Lockdown-Wochenzähler startet mit dem 28.3., denn das war das Wochenende, an dem es in der Türkei erstmals zum “Lockdown” kam (nicht an der Küste aufhalten).

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