Juhuu! Das erste Mal mit dem WoMo auf Tour! :) – Teil 5: Die Gratwanderung vom Herzogstand bis Heimgarten und zurück zum CP

Sollen wir es wirklich wagen?

Nach der Stärkung mit bestem Ausblick ging es also Richtung “Gratwanderung”. Zunächst stießen wir auf ein paar Schilder: “Die Heimgartenhütte hat von Vatertag bis Kirchweih offen” gehörte zur amüsanten Fraktion… etwas Bammel kam bei Julia auf, als sie den Sinn folgender Worte genauer hinterfragte:

“Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich”

Nicht lange fackeln, einfach los – Trittsicherheit ist durch die Wanderschuhe ja wohl gewährleistet und fit sind wir ja auch 😉 Alpine Erfahrung kann man auch hier und da zusammenkratzen… 😉
Letztliche war damit gemeint, dass man eben auch mal mit Händen und Füßen über so manchen Felsen kraxeln musste, der sich einem in den Weg stellte – was übrigens echt viel Spaß gemacht hat!

Wir brauchten tatsächlich die 2h15, die auf dem Schild veranschlagt waren. Eine Gruppe, die zur selben Zeit wie wir startete, verloren wir ziemlich schnell aus den Augen… entweder die sind alle abgestürzt oder waren mega zackig unterwegs. Ein anderer Zeitgenosse, der und entgegenkam, schien einen neuen Weltrekord für die schnellste Begehung (oder Bejoggung^^) der Gratwanderung aufstellen zu wollen. Wir jedenfalls ließen uns Zeit, genossen die Ausblick und Abblicke, staunten über den schmalen Weg, freuten uns über Schmetterlinge, Käfer, Felsen links oder rechts (man fühlt sich ja schon sicherer, wenn es nicht links UND rechts von einem steil bergab geht…), über die warme Brise, die vom Südhang heraufbrauste und die kühle Brise, die uns vom Nordhang herauf etwas Abkühlung gönnte.

So viel Spaß es machte, ich muss zugeben, ab der Hälfte der Strecke wurde es dann doch anstrengend. Die Sonne brannte, die Glieder wurden schwerer… Immerhin, was die Schwindelfreiheit angeht, hatte ich es mir schlimmer vorgestellt. Aber was will mana uch machen, ist man erstmal oben, muss man durch.
Die letzten Höhenmeter hinauf zum Heimgarten waren echt anstrengend, wir hatten kaum noch Trinkbares und ich war froh um jedes Krümelchen Schnee, um mich etwas zu erfrischen.

Angekommen auf dem anderen Gipfel: Heimgarten

Am Heimgarten Gipfel angekommen mit letzter Kraft ein paar Fotos geschossen und voller Hoffnung zur Hütte und – ja, sie war offen!

Hier gönnten wir uns unsere wohlverdiente, etwas längere Pause, wieder mit grandiosem Ausblick, frischer Apfelschorle und unserer Brotzeit, bevor wir den Abstieg in Angriff nahmen. Es gab noch einen kurzen Schauer, der aber tatäschlich von eisigen Winden begleitet wurde, sodass wir schon auf der Hütte froh waren, die ganze Zeit dickere Klamotten mitgeschleppt zu haben – Schal, Weste, lange Jogginghose… Was wir aber nach kurzer Zeit wieder ablegen konnten, da es wieder angenehm warm wurde.

Auch dieser hatte es in sich. Da ein kleines Tal überwunden werden musste, ging es stellenweise auch wieder bergauf, was mittlerweile wirklich anstrengend geworden war. Vorbei an Schneeresten, Lawinen- oder Felsschutzeinrichtungen, Wiesen und durch den Wald wollte der Weg, der fast nur aus Serpentinen bestand, der uns 1000 Höhenmeter hinab führte, einfach nicht enden. Die paar Meter zum Herzogstand und die 2,5 km über die Gratwanderung machten wohl den geringsten Teil unseres Tagespensums aus. Denn laut GoogleMaps dürften wir an diesem Tag insgesamt ca. 12,5 km hinter uns gebracht haben.

Trotz der Erschöpfung verloren wir die Schönheiten der Natur nicht aus den Augen. Wir erfreuten uns an Berggipfeln, Blümchen, einer Maus, die unseren Weg kreuzte, und einem Regenbogen, der leider von einem ordentlichen Regenguss begleitet wurde.

Völlig geschafft zurück am Campingplatz

Unendlich froh, wieder am Campingplatz zu sein, konnten wir aber nicht einfach nur die Füße hochlegen. Einerseits wollten wir noch etwas kochen (es musste wieder geschnippelt werden für die One Pot Pasta), andererseits hatten wir auch eine Dusche sehr nötig. Nachdem ich Julia noch gesagt hab, dass man zum Duschen 50ct Stücke braucht, hatte ich das, als ich später losging, natürlich wieder vergessen und es fiel mir erst in der Dusche wieder ein. Glücklicherweise findet sich bei mir meistens überall etwas Geld… selten war ich so froh, ein 50ct Stück zu finden, denn jeder Schritt und Weg war an diesem Abend zu viel. 50ct bedeuteten 5 Minuten warmes Wasser. Herausforderung angenommen! Uuuuund: erfolgreich absolviert! 😀

Ruhig ließen wir den Abend ausklingeln, und schliefen mal wieder richtig gut.

 

So schnell kann ein Urlaub vorbei sein…

Am nächsten Morgen stand leider auch schon die Heimreise an. Zum Glück schien die Sonne, nachdem es nachts geregnet hatte, sodass Campingstühle und Co. noch trocknen konnten. Dann ging es nach einem leckeren Frühstück dank zeitigerem Aufstehen pünktlich zur Entsorgungsstation, die wir erstmal suchen mussten 😉 und genauso zeitig zur Rezeption zum Bezahlen und schließlich back on the Road. Leider hatten wir keine Zeit mehr, das Wikingerdorf Flake zu besichtigen (hier am Walchensee wurde der Wickie Film von Michael Bully Herbig gedreht). In München gabs wegen einer Baustellen wieder eine kleine Verfahrung, aber mit meinem WoMo sind selbst U-Turns möglich 😉 😛

Nach einigen Raststätten-Stopps kamen wir am Nachmittag gut Zuhause an 🙂

 

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