8. Tag – Wunderschönes Albanien.

Wir hatten gut genächtigt. Nachdem ich mich noch fast auf der Hoteltoilette eingesperrt hatte (das wurde auf dieser Reise irgendwie zu meiner Spezialität ^^ ), kam der entscheidende Moment… schließlich hatten wir das WoMo seit der Grenze, seit es wieder angesprungen war, erst abends wieder ausgemacht… würde es nun also anspringen…? Bange Momente… also Schlüssel rein und drehen und….. WRUMM! Brummte es wieder als wäre nie etwas gewesen! 😀

Um ca. 11 Uhr rollten wir vom Parkplatz des Hotels und waren schnell wieder auf verschiedenen Straßen, an deren Rand Verkäufer gebackenen Mais u.Ä. anboten, überholten überladene LKW wie überladene Fahrräder, Traktoren, Kutschen, passierten wieder verfallene Hotels (würde mich ja schon mal reizen, in eines reinzugehen…) und andere Ruinen, fuhren über Brücken, die über äußerst dreckige Flüsse führten, und schoben uns im sommerlichen Reiseverkehr über Straßen* und durch Städte. Wir erspähten die ersten griechischen Autos bzw. Nummernschilder (die hatte ich wirklich noch nie gesehen) und lernten den albanischen Straßenverkehr hautnah kennen. Zwar etwas nervenzehrend, aber wir nahmen es mit Humor. Es gibt in Albanien generell nicht so viele Straßen (wir in Deutschland sind da ja sowas von verwöhnt!), also mussten anscheinend alle durch die Stadt Fier. Außerdem ist es ja wirklich oft so, dass nur die Hauptverkehrsstraßen geteert sind, alles andere ist geschottert und/ oder Feldweg. An wichtigen Kreuzungen, aber auch an unwichtigen Punkten standen Polizisten und regelten Pfeifchen pfeifend und wild winkend den Verkehr. Überall, sogar an mobilen Verkaufsständen wehte uns der albanische Nationalstolz in Form des doppelköpfigen Adlers auf der albanischen Flagge entgegen.

Streckenweise durften wir entlang der SH4 schon einen Blick auf den schönen albanischen Fluss werfen, der sich im Tal der steil aufragenden Berge in einer wunderschönen Landschaft und seinem sehr breiten Flussbett schlängelte. Bestimmt auch interessant, das mal bei voller Wasserführung zu sehen (* muss auf die Reise Liste * 😀 )

 

Vor lauter neuen Eindrücken bekamen wir Hunger. Ich glaube, es war gar nicht mehr allzu weit zur griechischen Grenze und wir wollten wenigstens noch ein bisschen was in Albanien entdecken. In einem Dorf also das WoMo geparkt und in das nächstbeste Restaurant (da wo wir eigentlich hinwollten, gabs nur Getränke und Eis, aber das merkten wir uns gleich mal für danach wegen der tollen Aussicht). Tja, es gab zwar eine Karte, aber trotzdem war Verständigung mit Händen und Füßen angesagt. Am Nebentisch saß ein Pärchen, er konnte glücklicherweise Deutsch und so ließen wir uns von ihm etwas „typisch albanisches“ bestellen.  Dann wurde zuerst Rindfleischsuppe mit Fleischeinlage aufgetischt. Dazu kam jede Menge Joghurt, bunter Salat und dann machten sich die zwei Damen des Hauses am Fleisch zu schaffen, was man hörte und durchs Fenster auch sah. Kurze Zeit später landete dann auch noch Brot und ein Teller voll Fleisch – mit viel Knochen und Fett dran – vor uns auf dem Tisch. Beilage? Hm, bestellten uns noch nen Teller Pommes (das haben wir auch ohne Dolmetscher geschafft, die Frau guckte aber etwas komisch ^^ ). Den Großteil hat dann Julian gegessen, weil das Fleisch nicht ganz mein Fall war. Ihm hats aber geschmeckt!

 

Weiter gings nach dem Bezahlen ins Café, das ,anders als das Restaurant, über eine – der Landschaft angemessene – Außenterrasse verfügte. TRAUMHAFT! Wir bestellten einen Eisbecher, bekamen zwei, den wir dann angesichts des Preises dann auch nicht zurückgehen lassen wollten (glaub 1€ umgerechnet für 3 Kugeln). So genossen wir dann mit 90er Musik im Hintergrund unser kühles Eis im Schatten dieser Terrasse, bei heißen Temperaturen und mit Blick auf Berge, den Fluss und die Hängebrücke zu unseren Füßen. Hierhin werden wir definitiv wieder kommen!

///Spoiler – best spot on this tour  //

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Es ging weiter und irgendwo auf der Strecke gab es eine natürliche Quelle. Ich nehme an, dass sich deswegen dort jede Menge Händler angesiedelt haben, da an einer Quelle gerne viele Leute ihren Trinkwasservorrat auffüllen (Kofferräume voller Trinkkanister…). Wir füllten nur kurz ein paar Flaschen auf und weiter gings auf langen, schnurgeraden Straßen Richtung Griechenland. Tschüss Albanien, es war viel zu kurz mit dir! Schilder an der Grenze wünschten uns noch eine gute Reise,  dann standen wir bei 32°C Außentemperatur mal wieder in der Schlange. Problemlose Einreise, ansonsten war der Start mit Griechenland so lala. Supermärkte meeeeegaaaa teuer! Dann wollten wir auch nicht auf den – bestimmt ebenfalls viel zu teuren – Campingplatz in Ioannina und suchten uns gegenüber einen Platz. Sonderlich schön war der nicht… aber nahe an einem Dorf und auf dem Parkplatz der Kirche, für eine Nacht ging das schon. Natürlich wie immer Fenster auf, Mosiktonetze zu, Dachlukenlüftung an (beste Erfindung ever, bringt wirklich ein paar Grad! Danke Bruderherz! <3 ), noch gekocht und dann… dann kam Julian auf die grandiose Idee, das Fliegengitter zu öffnen… Klar, das muss man aufmachen, um die Fenster zu schließen… wir hatten nur den Faktor „See“ nicht berücksichtigt, denn mit einem Schlag (naja noch nicht, aber gleich) waren geschätzt 100 kleine, fies surrende Mosquitos im Wohnmobil!!!! Oh nein!!! Also hieß es sofort: Bewaffnen mit Zewa und los! Zum Schluss noch Vorhänge schütteln (da kamen immer noch ein paar raus) und dann hofften wir, einigermaßen alle erwischt zu haben und ruhig schlafen zu können.

Es war mittlerweile ohnehin schon dunkel und wegen der Hunde und irgendwie nicht gerade einladender Umgebung gingen wir nicht mehr raus und schliefen bald, um am nächsten Morgen beizeiten zu starten.

 

 

*Noch ein paar Worte zum Straßenzustand in Albanien: Auf den Hauptverkehrsstraßen war der Zustand relativ (!) gut. Ein Teilstück war allerdings Baustelle, sodass wir wirklich einige hundert Meter über reinen Schotterfeldweg fahren mussten – immerhin war der aber breit genug um sich eine für sich passende „Ideallinie“ zu suchen, während einen gleichzeitig noch Autos überholen konnten. Schneller als 10 km/h fahren ging für uns gar nicht.
Auf den zweispurigen Straßen war es meist so,  dass die rechte Fahrspur von den LKW absolut kaputt war, was uns vor die Wahl stellte: rechts gemäß den Verkehrsregeln fahren, dafür aber mit maximal 30 km/h (was hier wohl niemanden gestört hätte) – schließlich ging das schon sehr aufs Material meines alten Wohnmobils – oder sich evtl. unbeliebt machen und links tatsächlich die erlaubte Höchstgeschwindigkeit fahren? Wir entschieden uns für Letzteres und so schlimm war es dann auch gar nicht… 🙂

Statistik:
Abfahrt am Hotel: 11 Uhr
Ankunft laut Navi in Ioannina: 16:50
gefahrene Strecke: ca. 270 km
Ankunft Ioannina: 20 Uhr

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