6. Tag : Dubrovnik und Kotor Bucht

Was für ein Ausblick! Julian ließ sich zu einem kurzen Spaziergang ins Meer hinreißen, mich schreckten leider weiterhin die Steine ab. Nach einem leckeren Frühstück brachen wir auf und ich genoss den Ausblick auf unsere Übernachtungsbucht.

 

Schon nach wenigen Kilometern waren wir in Dubrovnik. Das erste, was wir von dieser Stadt sahen, war nicht etwa die sehr bekannte Altstadt, sondern ein moderner Hafen und eine ebenso moderne und schicke Brücke, vor der – touri-freundlich – ein Parkplatz war, zum Selfies machen 😀

Unerschrocken lenkte Julian unser WoMo Richtung Stadtmitte, wo wir auch bald an der großen Sehenswürdigkeit vorbeifuhren. Also schnell in möglichster Nähe nen Parkplatz finden…nicht nur die Franzosen schimpften am Automat über die enorm hohen Parkgebühren. So gönnten wir uns also nur ne gute Stunde. Die Räder hatten wir schon abgeschnallt und nach Erhalt des Parktickets spurtete ich den gefühlten Kilometer zurück zum WoMo (hätte ich gewusst, wie weit weg dieser Parkautomat steht, hätte ich schon das Rad genommen!). Diverse Hinweise auf Schildern warnten vor zu langem Parken und den saftigen Strafen.

Nun also auf dem direktesten Weg zur ummauerten Altstadt – entgegen der Einbahnstraße als Tourist radeln wird bestimmt nicht so schlimm bestraft wie zu langes Parken… 😉 Die meiste Zeit ging es bergab, sodass wir zügig am Ziel ankamen. Wirklich fahrradfreundlich war das Ganze aber nicht, also ketteten wir am Eingang die Drahtesel an und erkundeten zu Fuß. Im Schnelldurchlauf. Jaaa, es waren wirklich viele Touristen dort und wir hatten gar keinen großen Plan, was es hier tolles zu sehen gäbe, also gingen wir einfach der Nase nach und entdeckten ein paar schöne Ecken. Treppauf, treppab und immer ein wenig getrieben von der Parkuhr… Auf die Mauern sind wir deswegen nicht gestiegen… Vielleicht ist uns ja was entgangen? Wie so oft finde ich eh, dass es von weitem schöner ausschaut als wenn man direkt dort ist. Auf dem Weg zurück zum WoMo konnten wir noch ein paar schöne Fotos schießen und waren wegen der Hitze und der Steigung auf dem Rückweg wirklich durchgeschwitzt. Lustigerweise stand das WoMo links am Straßenrand, sodass wir uns einigermaßen ungesehen noch eine kleine Draußen-Dusche genehmigten, bevor es weiterging.

 

Dubrovnik sollte jedoch nicht das einzige Highlight des Tages bleiben.

Die Kotor Bucht gesellte sich dazu. Im Laufe der Reisevorbereitungen das erste Mal von dieser „Meerzunge“ gelesen, die von hohen Bergen umfasst wird, ähnlich den Fjorden in Skandinavien. Überhaupt ist Montenegro, wo dieses Juwel liegt, ziemlich touristisch. Wenige Tage später bekamen wir per Whatsapp ein Foto einer Zeitschrift, in der dieses Land noch als Geheimtipp betitelt wird.

Wir entschieden uns gegen die Fähre, die den Reiseweg enorm verkürzt (siehe Karte), uns aber auch viele tolle Ausblicke „erspart“ hätte. So tuckerten wir gemütlich und ohne viel Verkehr die Küste entlang und genossen die Aussicht. Man musste sich beim Fahren schon sehr nach vorn beugen, um wegen des Alkovens überhaupt die Gipfel der relativ nah vor uns liegenden Berge sehen zu können, so hoch sind die! In einem größeren Ort gab es eine Burg, zu der man zu Fuß gehen konnte. Wir entschieden uns aber dagegen, bei dieser Hitze den Berg hinauf zu kraxeln und fuhren auf einer kleineren Küstenstraße um uns einen nicht so überlaufenen Strand zu suchen, wo wir auch fündig wurden. Wir badeten in atemberaubender Kulisse. Die Rückfahrt gestaltete sich auf der wirklich sehr schmalen Straße aufgrund des Verkehrs noch abenteuerlicher als die Hinfahrt. Zum Glück waren wir nicht so weit rein gefahren. Zurück auf den gut ausgebauten Straßen mussten wir diese wunderschöne Bucht auch schon hinter uns lassen. Überland ging es zurück an die Meeresküste.

Unser Weg führte uns vorbei an einem Flughafen (hier kann man also auch bequem hinfliegen) und einigen sehr touristischen Stränden (Liege an Liege…wo ist der Sand?!), denen wir nicht nachtrauerten, da es schon relativ spät war und die Sonne sich hinter den Bergen verkroch.

Auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht richteten wir uns wieder nach den Campingführern und Maps.me bzw. Straßenschildern. Der CP, den wir eigentlich anfahren wollten, hatte eine so steile Zufahrtsstraße, dass wir beschlossen, das WoMo erstmal oben zu lassen. Ich bin dann zu Fuß ein Stück runter gelaufen, da wir nicht wieder irgendwelche engen Wendemanöver am Hang machen wollten. Jedenfalls war die Straße sehr schlecht, mega eng und steil und es sagte uns einfach nicht zu. Also ging es weiter.

Sveti Stefan, ebenfalls in o.g. Zeitschrift erwähnt, passierten wir und machten eher zufällig ein Foto davon. Später lasen wir, dass auf die kleine Insel ohnehin nur darf, wer eine Führung o.Ä. bezahlt hat, weil es mittlerweile ein absoluter Touri-Hotspot sei. Soll aber auch wirklich sehenswert sein!

Vom Nachtquartier – diesmal wieder ein Campingplatz –  haben wir komischerweise keine Fotos gemacht. Das hatten wir wohl vergessen, nach dem Schreck, dass ich fast überfahren worden bin* und danach hatten wir auch volles Programm weil leerer Magen, ach, und die Wäsche wollte auch mal wieder gewaschen werden. Abends suchten wir uns was zu futtern und nachdem wir in einem Resto am Meer ewig nicht bedient wurden und uns dort ohnehin nicht sehr wohl fühlten, radelten wir kurzerhand weiter und suchten uns ein anderes Restaurant, wo wir sehr lecker zu Abend aßen, nachdem wir uns mit Übersetzungsprogramm und dem Kellner einigermaßen über die Gerichte verständigt hatten 😀

 

*ein riesen Pickup versperrte an einer kleinen, aber vielbefahrenen Kreuzung das Schild zum Campingplatz „links abbiegen“, das ich schon fast im Vorbeifahren zum Glück noch erspähte. Da wir das Risiko nicht eingehen wollten, auf der schmalen einspurigen Straße nicht wenden zu können und im Rückwärtsgang zurückfahren zu müssen, also STOOOP und sofort Rückwärtsgang rein – ging ja nur um ca. 5 Meter. Aber glaubst, irgendein Autofahrer hält an und macht uns Platz? Nee, da wird aufgefahren, vorbeigedrängelt und wild gehupt. Also sah ich keine andere Lösung als auszusteigen und das kurz so zu regeln… naja, die Fahrweise der Montenegrer hatte ich ja eben schon kurz beschrieben. Letztlich hat alles ohne Blessuren geklappt, aber auf den Adrenalinkick 50 Metern vorm Ziel hätte ich wirklich gut verzichten können!

Statistik:
Abfahrt: 10 Uhr
Ankunft Nachtquartier: 20 Uhr
Strecke: 300 km

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