Kroatien, hier bin ich.

Morgen muss ich 80… oder waren es 81…… na, sicherheitshalber mal 85 Kekse und Zuckerli kaufen, die sich meine unermüdlichen, treuen, und leider ein ganz klein bisschen verwundeten Pferchen wirklich verdient haben.

Doch von vorn. Gestern und vorgestern haben wir rund 900 Kilometer zurück gelegt. Die ersten rund 300 Kilometer bis kurz vor Passau haben sich wirklich gezogen. Weiter ging es aber auch nicht, da ohnehin ein sehr stressiger Tag hinter mit lag (80 Pferchen wollen erstmal ordentlich gesattelt werden° 😉 … dann hat sich ein Pferchen auch noch böse verschluckt, der Zahnarzt war auch noch mit im Spiel etc. pp. ).

 

Weiter gen Süden kamen wir an einem endlosen Stau vorbei und waren froh, selbst ungehindert weiter “galoppieren” zu können (wobei sich galoppieren v.a. auf die freie Strecke bezieht, nicht jedoch auf die Reisegeschwindigkeit… 😉 ). Vorbei an wunderschönen Bergen und Tälern, durch viele stinkende Tunnel hindurch, ging es langsam, aber stetig, gen warmen Suden. Extra erwähnen muss ich hierbei noch die ca. 5km in Slowenien, direkt nachdem die Autobahn in eine normale Straße übergeht. Damit auch ja keiner mehr dem Sekundenschlaf verfällt und mitbekommt, dass die Autobahn nun zu ende ist, hat man die Straße dort dermaßen gestaltet, dass einem sämtliche Gerätschaften, die sich auf dem Armaturenbrett befinden, entgegenspringen und man ordentlich durchgeschüttelt wird. Das Schild mit der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h erübrigt sich damit von selbst, schneller als 30km/h war nämlich wirklich nicht mögich.

Auf einem Rastplatz bei Zagreb wurden wir von einem Ehepaar aus Salzburg, W. und E. angesprochen, wohin wir denn fahren. Auch sie wollten so schnell wie mögich ans Meer, sind aber, ganz Camper-like, nur mit einem groben Plan nach Kroatien gefahren. Nach einem kurzen, aber sehr netten Plausch, hingen sie sich an uns an und wir legten die letzten 150km ohne Pause zurück. Immerhin waren Simon und ich schon seit halb 10 unterwegs, mit einem Einkaufs-, und zwei Tank-Stopps, und wollten endlich ankommen. Das letzte Stück hatte es nochmal in sich. Dass uns seit der österreichisch-slowenischen Grenze unser Navi nicht mehr zur Seite stand, war eher das kleinere Problem. Autoatlas und telefonischer Unterstützung von Zuhause sei Dank. Auf der Autobahn ging es mit Geschwindigkeiten zwischen 60km/h (bergauf) und flotten 120km/h (bergab mit Rückenwind) voran. Die unendlichen und vielen Berge, die uns schon einige Zeit begleitet hatten, nahmen auf der bergigen und serpentinenreichen Straße kein Ende. Der 150 Pferdchen zählenden Herde hinter uns, die sich voll du ganz nur auf uns verließ, wurde es glücklicherweise nicht zu dumm und sie hielten uns treu den Rücken frei. Irgendwann war ein Scheitelpunkt erreicht, von dem ab es erstmal (?) nur noch bergab ging. Ich hoffte sehr, dass dies so bleiben würde, konnte es jedoch angesichts der immer noch zahlreichen Berge vor uns, nicht glauben. Umso froher war ich, als wir endich in Senj ankamen, von wo aus es nicht mehr weit zu unserem Ziel, Sibinj, war und wir endlich, endlich, das Meer sahen. Mittlerweile war es 20 Uhr und es war schon fast dunkel. Daher zollte ich dem Baum auch keinerlei Aufmerksamkeit, welcher, wie alle anderen Bäume auf diesem wunderschön terassenförmig angelegten Platz, etappenweise schief gewachsen war. Er nahm das nicht hin und begrüßte uns bzw. die Dachreling, auf dem die Solaranlage angebracht ist, mit einem freundlichen, aber bestimmten quietschen.

Half alles nix, noch kurz rumrangiert, bis alles so stand, wie es sollte und endlich, endlich den Motor ausgemacht. Puh! Schaden wird genauer begutachtet, wenn es wieder hell ist. Nachdem die jetzt-Nachbarn ihre 150 Pferdchen in Position gebracht hatten, haben wir erstmal ein kühles bayerisches Bier in die Hand gedrückt bekommen, und uns im weiteren Verlauf des Abends sehr nett unterhalten, dabei gelernt, was ein „Bixnöffna“ ist, dass das Leben eh viel zu kurz ist und man es genießen sollte solange es geht, achja, und, ich will mich ja nicht selbst loben, aber irgendwo muss das ganze Lob ja hin, mit dem ich gestern überschüttet worden bin… Die zwei waren ganz begeistert von meinem Fahrstil 😀 Muss wohl in den Genen liegen 😉 🙂

Übrigens saßen wir in kurzer Hose und Top draußen, hier ist es also noch angenehm warm. Obwohl mir nachts nicht so warm war bzw. ist, konnte ich nach 3h trotzdem nicht mehr schlafen und nachdem ich lange genug wach war, hab ich mich dazu entschlossen, die Erlebnisse gleich mal niederzuschreiben. Im Hintergrund höre ich leise Zirpen zirpen und das Meer rauschen, dem ich morgen früh gleich mal einen Besuch mit Schnorchel abstatten will. Und jetzt hoffe ich, dass ich gleich doch weiterschlafen kann, bevor uns in wenigen Stunden die liebe Sonne mit Helligkeit und Wärme aus den Federn kitzelt 😉

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