Solar Power! Eine Solaranlage für den Kastenwagen (mit Montageanleitung)

Vorwort:
Lange schlummerte dieser Beitrag in der Reserve. Immer wieder ergänzt, optimiert (und dank neuem Laptop fehlen jetzt doch noch einige aussagekräftige Bilder, die aber so bald wie möglich ergänzt werden!)… Endlich möchte ich nun hier mit euch unsere Erfahrungen mit dem Einbau einer eigenen Solaranlage fürs Wohnmobil teilen. Vielleicht hat der eine oder andere ebendies auch vor. Ich hätte für die Montage gerne so eine Anleitung gehabt. Da es sie nicht gab, hab ich das mal so niedergeschrieben. Jetzt, wo die Temperaturen wieder “arbeits- und Dekalinkleber-freundlicher” sind, ist der optimale Zeitpunkt, den Camper fit für den (stromsorgenfreien) Sommerurlaub zu
machen! Los gehts! 🙂

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Also erstmal muss ich sagen, dass ich den besten Helfer hatte, den ich mir für ein solches Projekt vorstellen kann: Mein Bruderherz. Technisches Know-How (nicht nur aus dem Bereich Modellbau) vereint mit handwerklichem Geschick, schneller Auffassungsgabe und zielführenden Lösungswegen. Da muss ich wohl eher sagen, dass ICH in der Helferrolle war und ER derjenige, der wusste, wo‘s lang geht. Ach, letztlich wars einfach tolle Teamwork! 😀

Ganz klar, dass ne Solaranlage auf mein zukünftiges Heim musste. Für mich als „Miss Öko“ ganz klar, aber so oder so: Wenn mein rollendes Zuhause mehrere Tage am Stück steht, packt das keine Batterie (die platz- und gewichtstechnisch in den Kastenwagen passt), mich über diesen langen Zeitraum hinweg mit genügend Strom für die Steuerung der Heizung, Wasserpumpe, Lichter, aber vor allem für das Laden von Handy und Laptop zu versorgen. Außerdem ist es ein unglaublich schönes Gefühl, zu wissen, dass man von der Sonne bestens versorgt wird und sich im Notfall sogar früher oder später dank der Sonne einfach selbst „Starhilfe“ geben könnte (sofern ein Überbrückungskabel an Bord ist). Und das war bei meinem Wohnmobil tatsächlich sehr oft der Fall (was weniger an einer schwachen Batterie lag als vielmehr am unbrauchbaren 12V Anschluss im Aufbau, weswegen ich meist auf die Starterbatterie für das Laden von Handy und Laptop zurückgegriffen habe. Deswegen hab ich das Überbrückungskabel bei längerem Stehen gleich schon im Vorhinein zwischen die Batterien geklemmt 😀 ).

Wie geht man nun das „Projekt Solaranlage für den Kastenwagen“ an, wenn man so etwas noch nie gemacht hat und keinen direkten Ansprechpartner mit entsprechender Erfahrung hat?

 

1) Lesen. Viel lesen. Und zwar Blogs mit Erfahrungsberichten.

Mein Bruder und ich wühlten uns durch mehrere verschiedene Blogs von vielen Leuten, um aus deren Erfahrungen zu lernen. Unter anderem waren crosli.de und amumot.de eine sehr große Hilfe. Bei Amumot habe ich letztlich sogar einige Teile bestellt. Nicht nur, weil der Preis top war, sondern auch weil er in seinem Shop nochmal Erklärungen und sehr gute Beschreibungen für die von ihm vertriebenen Produkte liefert. Ganz großer Pluspunkt. Auf croslis Seite haben wir eine tolle Liste gefunden, auf der aufgelistet stand, was man alles braucht – vom Solarmodul bis hin zur Aderendhülse.

 

2) Bestellen.

Für das Sichten und Vergleichen von Produkten und Preisen bis hin zur tatsächlichen Großbestellung bei drei verschiedenen Verkäufern (Amumot, Amazon* und Reichelt Elektronik) benötigten wir locker fünf Stunden. Man will ja am Ende nicht mittendrin die Arbeit unterbrechen müssen, nur weil man vergessen hat, ein kleines, aber unabdingbares Teil zu bestellen. Ich sagte schon, es wäre ein Wunder, wenn wir tatsächlich nichts nachbestellen müssten. Aber: gute Planung ist alles. Letztlich hatten wir nur nicht bedacht, dass wir aufgrund der Rillen/ Sicken auf dem Dach die Halterungen teilweise stark mit Kleber unterfüttern mussten, sodass wir letzteren nachbestellen mussten (dies hinderte uns aber  lediglich daran, auch die zweite Solarzelle anzubringen – das System lief also so auch schon!). Innerhalb weniger Tage waren alle benötigten Teile da und es konnte endlich losgehen!

 

Die Bestellliste für meine Solaranlage auf dem Kastenwagen:

Amazon (Affiliate-Links):

Offgridtec Solarmodul /
panel Monokristallin,
Solaranlage / zelle, 150 W*

 

Offgridtec Dachdurchführung
1-fach weiß*

 

PsmGoods MC4 für parallele Leitungen Photovoltaik-Steckverbinder*

MC4 Y Stecker Solarstecker*
Y-Stecker für das Verbinden von zwei Solarzellen.

 

Amumot Online Shop:

MPPT Kontrol Fernanzeige

Verbindungskabel Fernanzeige

Solarspoiler Verbindungsspoiler 180 mm + Spoilerprofil 680mm
(passend zur Breite des Solarmoduls!)

Solarkabel 2×2,5mm² (2m)   + Solarkabel 2x4mm² (6m)
(das erste fürs Verbinden der beiden Solarzellen miteinander, das zweite für den Weg von der  Solarzelle bis zum MPPT Solarladegergler)

Kraftkleber Dekalin MS5 Klebeset weiß + Kartusche 290ml weiß
(benötigte Menge beachten!)

MPPT 100/30 Solarladeregler
(Modell entsprechend der Dimensionierung der Solarzellen (und ggf. zukünftiger Ergänzungen) auswählen.

 

Reichelt Elektronik:

4x Quetschkabelschuh, Ringform, Lochmaß 6,5mm

Aderendhülsen-Sortiment, isoliert 4,0 – 16mm²

Schrumpfschlauch-Box, 5m, schwarz, Ø25,4mm

Schrumpfschlauch-Box, 8m, schwarz, Ø12,7mm

Schrumpfschlauch-Box, 8m, schwarz, Ø9,5mm

Schrumpfschlauch-Box, 5m, schwarz, Ø19,1mm

Die Größe Schrumpfschläuche richtet sich nach dem Durchmesser der Kabel, die verwendet werden. Wir hatten sicherheitshalber paar mehr bestellt. Zu beachten ist hierbei, dass die Ausgangsgröße im Durchmesser größer ist als das Kabel, welches verkleidet werden soll, und die Endgröße geringer als der Kabeldurchmesser ausfällt. Der Schrumpfschlauch wird aufs Kabel gesteckt, BEVOR dieses wieder verlötet wird. Anschließend erhitzt (geht auch mit dem Lötkolben) und es zieht sich zusammen.

Wir haben die Schrumpfschläuche benötigt, um Kabeln, die (wenn es wirklich nicht anders möglich ist!) auseinander getrennt werden müssen, nach dem Zusammenlöten wieder eine sichere „Hülle“ zu geben. Schließlich würde andernfalls die Lötstelle offen liegen.

Außerdem ist für ein solches Vorhaben eine gut ausgestattete (Hobby-)Werkstatt von Vorteil, u.A. für Schlucksauger, Leiter, Stromversorgung, Metallbohrer, Krimpzangen und sonstiges Spezialwerkzeug, mit dem die Montage und alles drum herum leichter von der Hand geht.

 

Material für die Solaranlage auf dem Kastenwagen

 

3) Montieren der gesamten Solaranlage

Dank der vielen Blogs und der Zettel, die den Solarspoilern beilagen, hatten wir einen groben Plan, wie wir vorgehen sollten. Ich notiere mal in Stichpunkten Schritt für Schritt, wie wir vorgegangen sind:

Montage der Solarspoiler:

  1. Man braucht: Leiter, Handtücher, Solarspoiler, wasserlöslichen Stift, Kreppband, Dekalin (im Weiteren „Kleber“ genannt), Primer, feines Schmirgelpapier und Kanthölzer (in etwa so hoch, wie die Solarspoiler, besser etwas höher)
    Wir hatten noch einen Tisch neben der Leiter stehen, um darauf Dinge abzustellen, oder auch das Solarmodul beim hochhieven kurz abzustellen.
  2. Hölzer aufm Dach so positionieren, dass sie unter den Ecken des Solarmoduls liegen werden
  3. Solarmodul von hinten fotografieren – so weiß man später, welches Kabel + und welches – ist
  4. Solarmodul aufs Dach bugsieren und auf den Hölzern ablegen
  5. Solarmodul mitsamt Hölzern an passender Stellen positionieren
  6. Solarspoiler an passender Stelle unters Modul legen (evtl. Hölzer entfernen)
  7. Optimale Position finden (gestaltete sich aufgrund des „strukturierten“ Daches meines KaWas gar nicht so leicht. Beachten muss man auch noch den optimalen Abstand zu eventuellen Schattenwerfern (Dachluken usw.) sowie die Position evtl. weiterer Module UND der Dachdurchführung (hierfür den Innenraum genauer anschauen – Erklärung weiter unten)
  8. Bei optimaler Position die Lage der Spoiler mit wasserlöslichem Stift markieren (Obacht, manchmal sind diese Markierungen nicht wieder rückstandslos entfernbar, aber vorsichtig damit umgehen) oder ggf. mit Kreppband markieren
  9. Solarmodul „auf Seite“ legen (nicht wieder vom Dach runter, das ist der heikelste Part, finde ich)
  10. Hände waschen
  11. Solarspoiler nach Anleitung behandeln (säubern, entfetten und mit Schmiergelpapier anrauen – evtl. auch schon die Auflageflächen des Solarmoduls anrauen)
  12. Für eine saubere Montage auf dem Dach: Kreppband entlang der vorher auf dem Dachangebrachten Markierungen anbringen
  13. Fläche (innerhalb dieses Kreppbandes) säubern, auf die die Spoiler geklebt werden und mit Primer behandeln (auftragen und trocknen lassen)
  14. Gemäß Anleitung den Kleber auf die Spoiler (Auflagefläche auf dem Dach) auftragen – ordentlich viel, es soll später ca. 2mm Kleber zwischen den Klebeflächen sein, also nicht ohne Ende andrücken!
  15. Spoiler auf dem Dach innerhalb der Kreppbandmarkierungen anbringen
  16. Solarmodul drauflegen um Position zu überprüfen – wieder beiseitelegen
  17. Überschüssigen Kleber verstreichen, evtl. unterfüttern und weiteren Kleber einspritzen, falls nötig
  18. Hände waschen
  19. Kreppband mit Gefühl abziehen
  20. Freuen 😀

 

Solarzelle – noch nicht auf dem Dach

 

Montage des Solarmoduls:

  1. Haben wir nicht gemacht, empfehlen aber Manche: Stecker des Moduls mit Klebeband o.Ä. einwickeln, da das Modul schon Strom produziert, falls im Außenbereich gearbeitet wird – manche decken auch das Modul mit einer großen Pappe oder Handtuch ab. Auch ohne diese Vorkehrungen ist bei uns nichts passiert.
  2. Hände waschen
  3. Zukünftige Auflageflächen auf den Solarspoilern anrauen und säubern
  4. für die schönere Optik: mit Kreppband die Klebeflächen auf den Spoilern sowie auf den Solarmodulen „umranden“
  5. Auflageflächen des Solarmoduls säubern
  6. Alle Klebeflächen nochmal mit Primer benetzen
  7. Kleber auf die Spoiler auftragen (überall dort, wo Solarmodul auf Spoiler trifft)
  8. Solarmodul gleichmäßig auf allen Seiten auf den Spoilern positionieren, leicht andrücken (wieder ~2mm Kleber zwischen den Klebeflächen beachten)
  9. Kleber glatt streichen
  10. Kreppband mit Gefühl entfernen (bitte beachten, dass auch die Spoiler sich noch leicht bewegen können! Es dauert, bis der Kleber richtig fest ist (7 Tage, siehe unten)
  11. Position aller Teile kontrollieren und ggf. mit Gefühl korrigieren
  12. Freuen 😀 und stolz Fotos machen 😀

 

 

Montage der Dachdurchführung:

  1. Richtige Position auf dem Dach finden (am besten aerodynamisch anbringen) :
    Da der Laderegler so nah wie möglich an der Batterie montiert werden soll, muss das Kabel vom Dach bis zur Batterie verlegt werden. Je nach Mobil, Lage der Aufbaubatterie und ästhetischem Anspruch kann man das Kabel in sichtbaren Kabelkanälen verlegen, oder aber in Schränken oder innerhalb der Verkleidung „verstecken“. Wir haben uns für letzteres entschieden. Nachdem der vordere Teil der Innenverkleidung des Kastenwagens demontiert war (Schrank weg, viele Verkleidungen weg bis die Wandverkleidung sich einigermaßen entfernen ließ, sodass man damit arbeiten konnte), konnten wir die Position der Dachdurchführung auf dem Dach festlegen.
  1. Position mit wasserlöslichem Stift oder Kreppband markieren
  2. Kreppband um die Klebefläche außen herum anbringen
  3. Kabeldicke des Kabels, das durch Dachdurchführung muss, abmessen
  4. Kabeldurchführung an der Dachdurchführung mit Kabel ausprobieren, Kabeldicke beachten,
    [evtl. Ummantelung des Kabels entfernen (nur die zusätzliche-  bei uns war es ein dickes schwarzes Kabel, in dem sich zwei dünnere Kabel, die nochmal separat in blau und braun ummantelt waren, befanden – nie das bloße Kupferkabel verwenden! Kurzschlussgefahr! ) – (vor der evtl. Entfernung der schwarzen Ummantelung: Überlegen und abmessen, wie viel Kabel auf dem Dach und wie viel im Wageninneren benötigt werden) // Unser Kabel wurde geteilt. Die Hälfte, die aufs Dach und durch die Dachdurchführung musste, wurde zum Teil entmantelt. Wir haben es dann im Kastenwagen wieder mit dem Rest des Kabels, das ja noch ummantelt war, wieder zusammengelötet.]
  1. Entsprechend großes Loch fürs Kabel mit einem Metallbohrer ins Dach bohren (aua aua, ja das muss sein – aber wir werden es später ordentlich behandeln, sodass hier kein Rost entstehen kann) – am besten beim Bohren direkt einen Staubsauger in nächster Nähe platzieren, sodass Späne während des Bohrens direkt abgesaugt werden und nicht ins Wageninnere fallen können
  2. Kabel von oben durchs Loch durchschieben. Am besten sollte jemand anderes gleichzeitig innen das Kabel greifen. Kabel in der nötigen Länge durchs Loch durchziehen (mit Gefühl! Auf evtl. scharfe Kanten des Blechs unter der Verkleidung achten!)
  3. Kabel außen durch die Dachdurchführung durchführen und festschrauben. Hier ist eigentlich schon ein Dichtungsgummi für das Kabel vorhanden. Wir gingen lieber auf Nummer Sicher und haben zusätzlich Kleber angebracht, bevor wir es zugeschraubt haben.
  4. Jetzt muss die Dachdurchführung noch angeklebt werden: Klebefläche der Dachdurchführung anrauen und säubern
  1. Dachfläche säubern und Primer aufbringen
  2. Dachdurchführung mit Kabel in künftige Position bringen, sodass beim Festkleben nicht „zu viel“ Kabel stört
  3. Kleber auf die Dachdurchführung aufbringen (ja, das Kabel steckt schon drin, einfach etwas aufpassen)
  4. Wichtig (damit Kabel nicht am Loch scheuert und wegen Rost): Wir haben auch ordentlich Kleber an dem Loch im Dach aufgebracht, sodass das hier abgedichtet ist.
  5. Dachdurchführung an der richtigen Position anbringen, leicht andrücken (wieder ~2mm Dicke des Klebers beachten)
  6. überschüssigen Kleber entfernen oder noch etwas Kleber anbringen
  7. Kreppband entfernen
  8. Kabel auf dem Dach mit Klebeband isolieren (oder gleich anschließen, aber das beschreibe ich weiter unten, als letzten Schritt)
  9. Freuen 😀

 

Arbeiten innerhalb des Campers:

  1. Das Kabel schön hinter der Verkleidung durchführen und darauf achten, dass es beim späteren Montieren der Verkleidung nicht stört, noch nicht fixieren
  2. Laderegler in der Nähe der Batterie montieren (wir haben ihn falschrum angebracht, da man so besser an die Anschlüsse kommt sowie den Drehregler erreicht – was sich die Konstrukteure dabei wohl gedacht haben?) (meiner sitzt unter der Dinette, am Holz festgeschraubt)… Schrauben lagen leider nicht dabei, da bitte passende besorgen; darauf achten, dass sie nicht zu lang sind und nicht aus dem Holz wieder raus ragen, und dass der Kopf groß genug ist, damit alles fest sitzt – wir mussten Unterlegscheiben beilegen.
  3. In meinem Fall: Batterie liegt unter den Sitzen der Dinette; daneben habe ich noch einen kleinen „Schrank“. Das Kabel kommt durch ein Loch in der Aufbauwand in diesem Schrank heraus und gelangt dann über ein weiteres gebohrtes Loch in den Raum unter der Sitzbank, in der sich Batterie und Solarladeregler befinden.
  4. Wenn das Kabel bis zur Batterie reicht und eine gute Position unter der Verkleidung gefunden wurde, das Kabel mit Kabelbinder fixieren.
  5. Das Kabel am MPPT Solarladeregler anschließen (es ist noch kein Strom darauf, da es auf dem Dach noch nicht angeschlossen ist, wohl aber die Enden isoliert sind)
  6. Den MPPT Solarladeregler noch nicht (!) mit der Batterie verbinden

 

 

Anzeige zum Überprüfen der Batteriespannung und des Solarertrags:

Wie eingangs erwähnt, war es uns wichtig, nichts nachbestellen zu müssen.

MPPT Anzeige fertig eingebaut, inkl. 2 neuer 12V Stecker

Dies hat auch geklappt, was die Funktionalität der Solaranlage anbetrifft. Nicht aber, wenn es um die digitale Anzeige „Victron Energy MPPT Control Fernanzeige“ geht. Wir fanden es schade, dass weder ein passendes Kabel dabei war, um ihn mit dem Solarladeregler zu verbinden, noch, dass beim Einkauf darauf hingewiesen wurde, dass man ein separat erhältliches Kabel hierfür benötigt. Natürlich hat dieses Kabel spezielle Steckverbindungen, weshalb mein Bruder andere „Bastellösungen“ sofort kategorisch ausschloss. Aber auch dieses Kabel erreichte uns noch, zusammen mit weiteren, kleinen Solarspoilern, die noch auf den langen Längsseiten meiner Solarzellen angebracht werden sollen, um die Stabilität beim Fahren zu verbessern.

Es gibt noch ein Bluetooth-Dongle, mithilfe dessen man viele viele Daten zum Solarertrag auf dem Handy kontrollieren kann. Ich jedoch komme mit MPPT-Anzeige ganz gut zurecht. Die wichtigsten Daten sind für mich:
Aktuelle Batteriespannung (bei meiner LiFeYPo4 ohne BMS muss ich das wirklich im Blick behalten) sowie die
Wattanzeige, damit ich sekundengenau sehen kann, wie viel Watt mit die Sonne gerade in meine Batterie einspeist.

Vor allem letzteres war wichtig, um beim Anschluss der Solaranlage direkt sehen zu können, ob das Werk wirklich funktioniert:

 

Finaler Anschluss der Solarzelle:

An den Solarmodulen sind bereits Steckverbindungen an den Kabelenden verbaut.

  1. Ebensolche Steckverbindungen werden jetzt auch an die Kabelenden des Kabels gelötet (stecken reicht wohl, aber auch hier gehen wir wieder auf „Nummer Sicher“), welches aus der Dachdurchführung aufs Dach kommt. Darauf achten, dass die Anschlüsse für Plus und Minus jeweils die richtigen sind, um sie später mit den Kabeln von der Solarzelle zu verbinden.
  2. Innen den MPPT Solarladeregler mit der Batterie verbinden. Hierfür werden die Quetschkabelschuhe benötigt, um die Kabel an den Batteriepolen befestigen zu können.
  3. Stecker auf dem Dach mit der Solarzelle verbinden.
  4. Auf der Anzeige nachschauen, ob (sofern man nicht in einer Halle arbeitet oder es zu bewölkt ist) die eingehende Wattzahl größer ist als 0.
  5. Freuen! 😀
  6. Nun werden noch alle Kabel auf dem Dach fahrtauglich verstaut. Meine Solarmodule haben im Alurahmen ringsum Löcher, die man gut zum Befestigen mit Kabelbindern nutzen konnte.

 

Jetzt muss das Ganze laut Anleitung sieben Tage stehen. So eine Karosserie ist während der Fahrt starker Beanspruchung ausgesetzt und bewegt sich natürlich minimal. Der Kleber braucht allerdings anscheinend seine Zeit um richtig auszuhärten. Wenn ich was mache, dann richtig – deswegen war meine Solaranlage auch nicht günstig und ich wollte das Ganze nicht gefährden, also musste ich mich noch etwas gedulden, bevor ich mit meinem Kastenwagen und der neuen Solaranlage losziehen konnte.

Wir hatten auch zunächst nur ein Solarmodul montiert. Es lieferte bereits Strom und das zweite konnten wir nach Anbringung auf dem Dach dank vorhandener Y-Stecker, die anstelle der bereits vorhandenen Stecker angebracht wurden (ohne Löten usw.) problemlos ans System anschließen. Das zweite Solarmodul hatten wir zunächst nicht montieren können, da wir zu wenig Kleber hatten. Wir hatten gelesen, dass zwei Tuben Dekalin für die Montage zweier Solarmodule und die Dachdurchführung genügen würden – jedoch hatten wir nicht bedacht, dass mein Dach Sicken hat und die Spoiler dementsprechend unterfüttert werden müssen.

Nach einer Woche konnte ich dann endlich meinen Kastenwagen mit der Solarzelle vom Hof fahren. Ein tolles Gefühl, endlich wieder mit sauberer Solarenergie unterwegs zu sein!

Ich hoffe, meine schrittgenaue Anleitung hilft euch weiter. Falls ihr Fragen habt, wendet euch gerne an mich.

 

Kosten meiner Solaranlage: rund 1300€
Arbeitsstunden: 2 Menschen, 2 Tage

 

//weitere Bilder folgen

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