Das erste montagsfieber-Retreat – April/Mai 2019 – Mein ganz persönlicher Rückblick

Moritz und ich treffen uns zum ersten Mal im echten Leben!

Unser Retreat ging von Freitagabend bis Sonntagnachmittag. Moritz und ich hatten ausgemacht, dass ich am Donnerstag zu ihm kommen würde, damit wir gemeinsam die letzten Vorbereitungen für das Retreat treffen. Ich wurde super herzlich begrüßt und aufgenommen – nicht nur von ihm, sondern auch von seiner lieben Frau Steffi und den Kids! Auch bei seiner Bekannten, von der wir den Raum gemietet hatten, war ich schon wohl bekannt… was mich erst etwas überrascht hat, aber eigentlich war es nur allzu logisch, dass Moritz zumindest grob etwas von mir erzählt hatte, denn auch sie war Lehrerin.

Die Zusammenarbeit mit Moritz gestaltete sich auch im realen Kontakt genauso produktiv und unkompliziert, sogar noch spaßiger, als per Zoomcall (Videotelefonie) wie zuvor immer.

Obwohl er mir die Möglichkeit anbot, übernachtete ich weiterhin in meinem Wohnmobil, das einen Platz in der Straße gefunden hatte.

Letzte Erledigungen

Wir hatten den Donnerstag und Freitag über noch genug zu tun! Rechnungen schreiben, die Retreat-Unterlagen vom Copy-Shop abholen, Einkaufen, alles zusammensuchen, was wir fürs Wochenende brauchen, den Schlüssel für den Raum abholen, den Raum vorbereiten, das Programm nochmals durchsprechen und finalisieren, die letzten kurzfristigen Retreat-Anmeldungen bearbeiten…!

Der Raum

Der Veranstaltungsraum war übrigens perfekt. Nicht nur, dass es hübsch eingerichtet war, nein, es herrschte dort auch eine besonders gute Energie (dort finden sonst beispielsweise Yoga und Familienaufstellungen statt) und er verfügt über eine kleine Küche sowie eine Toilette. Also alles, was wir für unsere kleine Gruppe benötigten.

Wir bestückten ihn mit Flipcharts und einem Stuhlkreis, außerdem drapierten wir auf der einen Kommode eine Auswahl an Büchern und auf der anderen Obst, Tee, Kaffee und Wasser. Außerdem fand jeder Teilnehmer auf seinem Stuhl eine Retreat-Mappe, einen montagsfieber-Bleistift sowie eine Visitenkarte.

Das erste montagsfieber-Retreat – vorherige Aufregung und unsere Gäste kommen an width=

Alles war bereit, auch wir und so war es nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Teilnehmer den Seminarraum betreten würde. Ich war natürlich nervös. Es hatte uns zwar schon jeder Teilnehmer im Vorfeld etwas über sich verraten, aber trotzdem ist es immer eine besondere Sache, sich persönlich zu treffen. Außerdem konnte ich überhaupt nicht einschätzen, ob und wie unser Programm bei den Teilnehmern ankommen würde.

Dass sie sich aber zu unserem Retreat angemeldet hatten, zeugte von einem gewissen Vertrauen, das sie uns bereits im Vorfeld entgegenbrachten. Ich hoffte sehr, sie würden offen genug sein, sich auf unsere Übungen einzulassen, gerade weil bei manchen der AHA-Effekt erst im Nachhinein eintritt.

So kam also der erste – und mit 600 km Anreise am weitesten gereiste Teilnehmer. Nach und nach trudelten alle ein… viele erste Eindrücke… ob sie übers Wochenende Bestand haben würden? Ob uns der eine oder andere Teilnehmer überraschen wird?

Zwei Teilnehmer überraschen Moritz und mich bereits bei Ankunft gleichermaßen: Sie kamen von derselben Arbeitsstelle, kommunizieren dort relativ offen ihre Situation und hatten gemeinsam beschlossen, zu uns zu kommen. Außerdem fanden die Kollegen das Retreat sehr interessant – begnügten sich aber fürs erste mit den Erfahrungen, die unser Teilnehmer nach diesem Wochenende im Gepäck haben würde.

Bevor es losging, entstanden auch bereits unter den Teilnehmern erste lebhafte Gespräche. Ein schöner Start – vor dem Start:

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Das erste montagsfieber-Retreat – der Kennenlernabend

Moritz und mir war besonders für diese zwei Stunden am Freitagaband eine positive Ausrichtung wichtig. Von Anfang an war klar, dass wir nicht hier sind, um zu jammern und uns über unsere Situation im Beamtentum zu beschweren, sondern dass wir gemeinsam den Blick auf Potentiale und die Zukunft richten wollen.

Das erste montagsfieber-Retreat – Malheur und Vollgas am Samstag

Ein schwerwiegendes Malheur: Steht das ganze Retreat auf der Kippe?

Es ist Samstagmorgen. Wir haben viel vor an diesem langen Tag. Der Seminarraum ist bereit, inkl. Flipchart, Materialen zum Arbeiten, genug Kaffee, Tee, Obst. Der erste Teilnehmer ist bereits da und genießt die morgendlichen Sonnenstrahlen bei einem Kaffee auf der Dachterrasse. Wir sind in den letzten Vorbereitungen, lassen nochmal ordentlich Sauerstoff in den Raum und richten noch alles her, als….

…die Tür zum Seminarraum zufällt! Ein kleiner Windstoß und zack. Niemand darin, der die Tür wieder öffnen könnte. Was aber darin ist: Alle unsere Sachen inklusive Handys.
Jetzt könnte man in Panik verfallen.

Tun wir aber nicht. Wir beide wissen, was jetzt dran ist: Einen kühlen Kopf bewahren und alle Energie in die Lösung des Problems stecken.

Zum Glück habe ich meinen Schlüssel noch einstecken, sodass wir wenigstens mit dem Kastenwagen mobil sind. Moritz darf das Handy des Teilnehmers benutzen, um die Nummer seiner Bekannten, von der wir den Raum gemietet haben, anzurufen. Leider nimmt niemand ab.

Also bleibt uns nur eines: Zu ihr zu fahren und hoffen, sie dort anzutreffen. Ungefähre 15 Minuten sind wir unterwegs, in denen wir nicht wissen, ob sie Zuhause ist oder schon mit ihrer Familie auf einem Wochenendausflug weit weg. Wir verfahren uns noch kurz und kommen bei ihr an. Immerhin, das Auto steht noch vor der Tür, sie ist da. Moritz kommt zurück – ohne Ersatzschlüssel. Die gute Nachricht: Eine Bekannte hat den Schlüssel und ist Zuhause. Ohne Handy und Navi finden wir sie nach kurzer Suche im Wohngebiet mit dem Kastenwagen – nur ca. 300m Luftlinie vom Seminarraum entfernt 😀 Wir sind überglücklich, als sie uns den Schlüssel entgegenstreckt und düsen wieder zum Seminarraum.

Mittlerweile sind alle Teilnehmer eingetroffen – klar, es ist bereits 9:15, eine Viertelstunde nach offiziellem Beginn. Der frühe Teilnehmer hat die anderen informiert und alle sind entspannt auf der Terrasse. Wir können den Seminarraum wieder aufschließen, stellen sicher, dass die Tür nicht wieder einfach ins Schloss fallen kann und beginnen.

So ein Adrenalinkick am frühen Morgen macht wach! 😀 Noch wichtiger aber ist es, genau in solchen Situationen ruhig zu bleiben.

Die Moral von der Geschicht’:

Denn immer wieder passiert es uns, dass etwas schief geht, nicht so läuft, wie wir es geplant haben, uns vorstellen. Wie oft stecken viele ihre wertvolle Energie in Schuldzuweisungen, ins Jammern, ins Meckern und wütend sein, statt darin, mit dieser Kraft, die daraus entsteht, Lösungen zu finden?

Ich bin mir sicher, auch ohne den Schlüssel so schnell wieder zu bekommen, hätte unser Retreat Früchte getragen. Wir hätten ohne all das Material improvisieren müssen, aber auch das hätte geklappt. Auch daraus lernt man. Und zwar nicht unbedingt, dass man besser auf die Schlüssel aufpassen soll (natürlich auch), sondern vor allem, dass die Welt niemals unter geht und alles oft halb so schlimm ist wie zunächst befürchtet.

Letztlich ist dieser Vorfall sinnbildlich für das, was in unseren Retreat geschieht. Jammern, wütend sein, etc. sind mal ok – aber auf keinen Fall ein Dauerzustand! Nach kurzer Zeit sollte man diese Energie nach vorne richten, in die Zukunft, in Ziele, die aus der Situation erwachsen können, Flexibilität im Umgang mit Problemen und eine gewisse Entspannung mit dem Leben allgemein.

Dann konnte es endlich losgehen:

Am Samstag wechselten sich Input- und Arbeitsphasen ab.

Doch bevor es losging, war es uns natürlich wichtig zu erfahren,und nochmals schriftlich festzuhalten, was sich die Teilnehmer von diesem Wochenende erwarten und welche Fragestellungen sie mitbringen. Mit Post-its am Flipchart befestigt konnten wir im Lauf des Wochenendes immer mehr Häkchen an die einzelnen Fragestellungen machen.

Input gab es hauptsächlich von Moritz und mir. Moritz – Hauptberuflich mittlerweile als agiler Coach tätig – war voll in seinem Element. Das spürte man. Er stellte verschiedene Modelle und Methoden vor, nach denen jeweils die Teilnehmer – ganz flexibel und individuell – Zeit hatten, sich für sich mit den Inhalten und Fragestellungen auseinanderzusetzen, zu zweit oder in einer Gruppe. Es stand ihnen auch frei, während dieser Phasen im Raum zu bleiben, die Sonnenterasse zu nutzen… eine Teilnehmerin nutzte das Treppenhaus, um für sich einige Dinge zu visualisieren und zu klären.

 width= width=Am Samstag war ich an der Reihe, meine Geschichte zum Ausstieg aus dem Beamtentum zu erzählen. Anhand dreier “Stränge” – Persönlichkeitsentwicklung, Vanlife, Berufliches – brachte ich den Teilnehmern diese für mich sehr emotionale Zeit näher. Persönliche Werte waren das, worauf ich in meinem beruflichen Tun immer wieder gestoßen bin. Werte, die ich in meiner Rolle als Lehrerin missachtet habe und teilweise missachten musste (siehe auch mein Artikel “Meine Gründe für den Ausstieg aus dem Beamtentum”). Eng in Zusammenhang mit Werten stehen Interessen und Fähigkeiten. Warum es erwiesenermaßen krank macht, wenn alle diese Dinge nicht miteinander in Einklang sind, hat Moritz eindrücklich erklärt. Nicht nur mir ging dabei ein Licht auf.

Auch “typische Beamtenthemen” ließen wir nicht außenvor. Trotz der Schwere mancher Themen aus diesem Bereich einte dies schließlich alle. Besonders hier war die Gruppengröße und der Austausch untereinander gewinnbringend: Jeder konnte sein Anliegen in diesem geschützten Raum vorbringen und bekam wertvolle Rückmeldungen aus der Gruppe. Der eine hatte sich bereits mit dem Thema “Nebentätigkeit” auseinandergesetzt, eine andere hatte bereits eine Coaching- oder weiterführende Ausbildung hinter sich, die man alternativ ausbauen könnte und konnte anderen Tipps geben, und und und… Eine Teilnehmerin war in rechtlichen Fragen sehr fit und wenn nicht, wusste sie ganz genau, wo man nachschauen muss.

Es war richtig schön, zu sehen, wie sich in der Gruppe einzelner bunter Hunde ein gewisses Gemeinschaftsgefühl immer mehr festigte.

Für den Abend hatten wir einen Tisch beim besten Italiener Rheinbachs reserviert, wo wir uns alle einfanden, um Themen zu vertiefen und den einen oder anderen auf einer persönlicheren Ebene kennenzulernen. Ich war richtig geflasht davon, was der eine oder andere schon alles erlebt hatte – Dinge, die man so manchen Beamten nicht “zutrauen” würde.

Das erste montagsfieber-Retreat – Blick nach vorne am Sonntag und Verabschiedung

Inhalte am Sonntag

 width=Der Sonntag startete entspannter als der Samstag 😉

montagsfieber-RetreatMoritz erzählte von seinem Weg aus dem Beamtentum und vor allem der Zeit danach. Von viel Unterstützung seiner Frau, vernünftigen Entscheidungen und dem Sprung ins kalte Wasser, als die Zeit reif war. von viel Vertrauen darin, dass sich Türen öffnen würden und der Überraschung, welche Türen man auf einmal findet, wenn man seinem Weg und der Freude folgt. Sehr inspirierend und positiv stimmend empfand ich seine Ausführungen. Wie auch bei mir klärten wir so manche Frage aus der Runde noch im Nachhinein, beispielsweise zum Thema Krankenversicherung und den Wechsel von der PKV in die GKV und ähnliches.
Natürlich kann man sich schwarz auf weiß informieren, doch nichts ist wertvoller, als Erfahrungen aus erster Hand.

Erfahrungen erzählt zu bekommen ist das eine, das andere ist, sie selbst zu machen.

Und damit auch unsere Teilnehmer ins Tun kommen und ihre Träume Realität werden lassen, stand dieser Tag ganz im Zeichen vom Blick in die Zukunft.

“Was wäre, wenn…”, “Traumleben”, Ziele richtig formulieren, damit sie eine solche Schlagkraft bekommen, dass sie einen bedeutenden Einfluss und Teil am einen Leben bekommen.

Verabschiedung

Voller Energie und Tatendrang waren unsere Teilnehmer, als wir sie nach diesem intensiven Wochenende verabschiedeten. Obwohl das Wochenende alles andere als Entspannung pur war, fand ich es schade, dass es bereits vorbei war. Jeder einzelne Teilnehmer war eine besondere Persönlichkeit und eine Bereicherung für die gesamte Gruppe – auch wenn das so mancher von sich selbst im voraus nicht behauptet hätte. Obmals weiß man gar nicht, dass man anderen mit dem Wissen und den Erfahrungen, die man gemacht hat, enorm weiterhelfen kann. Und wenn es nur die Tatsache ist, sich verstanden zu fühlen.

Ich bin dankbar für jeden einzelnen, der uns sein Vertrauen geschenkt und sich auf dieses Wochenende eingelassen hat. Immer wieder bekommen wir von manchen Teilnehmern E-Mails oder treffen sie sogar persönlich und erfahren so, dass dieses Wochenende so manches in Bewegung gebracht hat und die Energie wirklich genutzt wurde, um Dinge umzusetzen. Manchmal ist es leichter, mehr Zufriedenheit ins eigene Leben zu bringen, als man glaubt.

 

Das erste montagsfieber-Retreat – Feedback der Teilnehmer

Bereits in den Pausen während des Retreats nahmen Moritz und ich uns kurz Zeit, manches zu reflektieren. Am Sonntag waren wir soooo platt, nachdem wir den Raumausgeräumt, saubergemacht und alles wieder in Moritz’ Haus gebracht hatten. Aber als Moritz damit begann, das Teilnehmerfeedback vorzulesen, war die Energie dieses Wochenendes sofort wieder präsent und wir freuten uns beide sehr über all die positiven Worte.

Hier ein Exemplar, weitere sog. Testimonials gibts auf der Retreat-Seite (zur besseren Lesbarkeit abgetippt) oder im Instagram-Feed von montagsfieber.de

montagsfieber-Retreat Rückmeldung

Für uns stand spätestens dann fest, dass wir noch mehr Leute helfen möchten. Noch mehr Beamten, die sich oftmals nicht trauen, mit Namen oder sogar persönlich aufzutreten und öffentlich zu sagen “Ich bin unzufrieden und will etwas ändern, vielleicht sogar raus aus dem Beamtentum”. Oftmals ein absolutes Unding, je nachdem, mit wem man spricht. Den ach so sicheren Job aufgeben…

Unser Retreat richtet sich an Beamte, weil wir selbst welche waren. Aus persönlichen Gesprächen weiß ich aber, dass so mancher Angestellter sich genauso fühlt: Unbefristeter Vertrag, tolle finanzielle Absicherung im Alter, gutes Einkommen. Warum sollte man da raus wollen?
Nun, wenn man jeden Morgen ungern aufsteht, sollte man daran schleunigst etwas ändern. Denn auf Dauer macht das krank, ungern auf Arbeit zu gehen und der ungeliebten Arbeit nachzugehen. Manchmal ist es auch einfach Kopfsache.

Komm zu unserem Retreat und finde heraus, woran es wirklich hakt – und an welchen Stellschrauben du drehen musst, um auch in deinem Leben etwas zum Positiven zu bewirken.

Der Ticketverkauf endet am 31. März!

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