Selber reparieren statt Werkstatt. Heute: Überbrückungsschaden am Kabelbaum und Folgeschäden beheben

Graupel und winterliche Temperaturen – bestes Wetter, um endlich den Kastenwagen zu reparieren…

Wer sich noch erinnert: Im November und Dezember 2018 hatte ich nach und nach immer mehr elektronische Probleme, bis sich herausgestellt hat, dass mein Kastenwagen einen Kabelbrand hatte.

Ursache: Falsches Überbrücken.

Die Tragweite des Schadens war damals nicht abzusehen. Erstmal stand fest: Das Minuskabel vom Kabelbaum war heiß geworden und hierdurch mit anderen Kabeln in Kontakt gekommen. Ob weiteres (Steuergerät oder sonstige Elektronik) was abbekommen hatte, konnte zu dem Zeitpunkt keiner sagen.

Das war Anfang Dezember 2018.

Dass ich so etwas nicht alleine reparieren kann, obwohl ich es gerne möchte, ist klar. Zum Glück hilft mir bei sowas immer mein Bruder. Er ist mittlerweile Master of Engineering und arbeitet bei Dekra. Für Mai haben wirs nun endlich mal geschafft, einen Termin zu finden, an dem er Zeit hat und ich da bin, um uns mal meinem Kastenwagen anzunehmen.

Dass es dabei so kalt sein wird wie im Winter, damit hatten wir nicht gerechnet 😛

 

Den Kabelbaum im Motorraum des Ducato reparieren

Erste Baustelle war also der Kabelbaum im Motorraum. Wir hatten im Dezember bereits den Kabelbaum aufgemacht und das Minuskabel an den Stellen, an denen es arg geschmort und mit andere Kabeln in Verbindung gekommen war, von ebendiesen Kabeln getrennt.

Seitdem hat mein Kastenwagen zwar technisch kein Eigenleben mehr geführt (Yay!!), aber bereits nach ein paar Tagen Standzeit war seither immer die Batterie leer. Also hatte wohl doch noch irgendetwas anderes Schaden genommen.

Aber eins nach dem anderen.

Wir entnahmen das Stück Massekabel, das sichtbar am meisten abbekommen hatte und löteten ein neues Stück Kabel ein. Jetzt musste das ganze Stück offenliegender Kabelbaum wieder zusammengefügt, in die Marderbissschutz-Rohre eingesetzt und diese im Motorraum ordentlich fixiert werden. Einige Kabelbinder und viel Tape später saß alles wieder dort, wo es vor 5 Monaten gelöst wurde und es sieht wieder soooooooo schön aus!!

 

Stromfresser ausmachen – Ständig ist bei meinem Kastenwagen die Batterie leer

Nächste Baumstelle: Herausfinden, was mir seit November die Batterie leer zieht.

Wo fängt man da an? Da hab ich natürlich keinen Schimmer und ohne meinen Bruder hätte mein Kastenwagen sicher nicht nur einen Tag in der Werkstatt verbracht und die Arbeiter ebensolange beschäftigt.

Aber mein Bruderherz checkts mal wieder aus:

Er hat ein tolles Gerät namens „Stromzange“, welches durch „Umfassen“ eines Kabels (siehe Bild) messen kann, ob und wie viel Strom durch dieses Kabel fließt.

Früher, sagte er, musste er, um das herauszufinden, immer das jeweilige Kabel aufschneiden und ein Messgerät dazwischen halten. Zum Glück gibt’s heute diese tolle Errungenschaft der Technik, das fast ohne Berührung auskommt und gerade deswegen eine große Hilfe ist!

Wie sind wir also vorgegangen?

Mit der Stromzange* haben wir das Massekabel an der Batterie gemessen.

Dort zeigte es bei abgeschaltetem Motor und geschlossenen Türen einen Stromdurchfluss von ca. 0,6 Ampère an.

Wie lange kann ich also mein Fahrzeug noch starten?

Meine Batterie hat 110 Ah (Ampèrestunden). Geteilt durch 0,6 Ampère macht 183 Stunden à 7,5 Tage. Dann muss man noch bedenken, dass man nur einen Bruchteil der Kapazität einer Bleibatterie überhaupt nutzen kann und sich dieser Zeitraum mindestens halbiert –> 3,5 Tage. Kein Wunder also, dass mein Kasten nach ca. 4-5 Tagen Standzeit nicht mehr angesprungen ist.

Während einer also die Sicherungen, eine nach der anderen, aus dem Sicherungskasten entfernte und wieder einfügte, achtete der andere darauf, ob sich am Stromdurchfluss etwas änderte.

Wir hatten Glück! Es war nicht die allerallerletzte Sicherung, bei der sich die Anzeige änderte. Trotzdem haben wir alle durchprobiert, um auszuschließen, dass es an mehreren Sicherungen liegt. An den Sicherungen lag es natürlich ohnehin nicht, die waren alle tippi toppi. Aber auf diese Weile konnte man eingrenzen, welcher Teil der Elektronik betroffen ist.

Das Handbuch meines Ducato spuckte folgende Information aus, wofür diese Sicherung zuständig ist:

„Autoradio, Klimaanlagenbedienung, Alarmanlage, Fahrtenschreiber, Steuergerät des Batterietrennschalters (+Batterie)“

Da hatten wir ja nun ne schöne Auswahl!

Fahrtenschreiber konnten wir ausschließen, Alarmanlage nach etwas Recherche auch. Das „Naheliegendste“ (im wahrsten Sinne) war dann erstmal Radio und Klimaanlage.

Was soll ich sagen: Wir erwischten sofort den Übeltäter!

Das Radio!

Weiterhin mit der Stromzange am Minuspol, klemmten wir das Radio ab und siehe da: Die Stromzange zeigt einen um 0,25 Ampère geringeren Strom an!

Der „Ruhestrom“ liegt somit (im Normalzustand) bei maximal 0,1 Ampère. Damit kann ich mit meinem Wohnmobil problemlos eine Woche, oder auch zwei oder vielleicht auch drei an einem Fleck stehen.

Wir schlossen zur Probe ein anderes Autoradio an und siehe da: In der Stromzange tut sich nix. Also hats mir wohl tatsächlich mein gutes Autoradio zerschossen. Es funktioniert an sich zwar noch einwandfrei, aber aus irgendeinem Grund zieht es Strom.

Um erstmal zu testen, ob das Problem, dass nach ein paar Tagen die Starterbatterie leer ist, wirklich behoben ist, wenn man das Radio tauscht, hatte mein Bruder kurzerhand die Idee, einen Schalter einzubauen. Den Schalter haben wir bei dem Kabel hinter dem Radio eingebaut, welches diesen Strom zieht. Wenn ich meinen Kastenwagen zukünftig abstelle, muss ich also daran denken, mithilfe dieses kleinen Schalters das Radio vom Strom zu nehmen und schon steht der Weiterfahrt nach einigen Tagen Standzeit nix mehr im Weg 🙂 Diese Theorie bleibt in der Praxis auszuprobieren.

Die „Reparatur“ bemerkt man aktuell nur daran, dass ich endlich wieder mit geschlossenem Sicherungsfach rumfahren kann und dass am Radio zwei Kabel mit einem Schalter herausstehen.

Wenn sich das ganze dann bewährt hat, werde ich mir ein neues Radio kaufen und den Schalter wieder zurückbauen.

Falls jemand also ein Top Hight-end-Radio von Alpine, Neupreis 360 € , braucht, und den relativ hohen „Ruhestrom“ verkraften kann, weil er seinen mobilen Untersatz mit einem Fusionsreaktor oder Ähnlichem ausgestattet hat, einfach bei mir melden! 🙂 Die genaue Bezeichnung ist CDA 117Ri , es kann so ziemlich alles und mit der Fernbedienung lässt es sich sogar vom Bett hinten im Kastenwagen steuern 😉 Weitere Infos könnt ihr hier nachlesen: Klick

 

 

Den Schalter für den Kühlschranklüfter wieder funktionsfähig machen

An dem hatten wir im Sommer 2018 bereits rumgebastelt. Mit dem Ziel, nicht immer den ratternden Lüfter im Ohr zu haben, wenn man bei offener Kastenwagentür vor dem Kastenwagen chillt, hatten Julian und ich einen Schalter eingebaut. (Hier gehts zum damaligen Blogartikel)

Vor kurzen ist mir aufgefallen, dass dieser defekt sein muss, da der Kühlschranklüfter – egal wie der Schalter stand – einfach keinen Mucks mehr von sich gab.

Also haben wir die Konstruktion auseinandergenommen, mit einem kleineren und robusterem Schalter optimiert und wieder eingebaut. Die chilligen Abende vorm Wohnmobil, bei dem der Kühlschrank trotzdem seinem Dienst nachkommen kann, können kommen! 🙂

 

DANKE, Bruderherz!! <3

 

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