[Mein Ausstieg aus dem Beamtentum – Mein Einstieg ins Leben] Mitte Mai 2018: DAS Gespräch mit der Schulleiterin- Ich werde die Schule verlassen

Mein beruflicher Hintergrund

Nach meiner ersten richtigen Arbeitsstelle in Izmir, Türkei, bin ich nach Deutschland zurück um eine Beamtenstelle an einer staatlichen Schule anzunehmen. Ich hatte mich selbst darum bemüht und mich an einigen Schulen beworben. Letztlich hat mich und habe ich eine Schule in Baden- Württemberg überzeugt, sodass ich im September 2017 ins „Abenteuer Beamtentum“ starten konnte.
Ich war im Gegensatz zu vielen meiner Kommilitonen, niemand, der das Beamtentum immer als absolutes Ziel hatte. Was für manche Sicherheit ist, bedeutet für andere eher „Fesseln“. Je nach Lebenskonzept…
Trotzdem wollte ich gerne nach Deutschland zurück , diese Erfahrung selbst machen und nahm mir einmal mehr meine Freundin Julia zum Vorbild 🙂
Die Schule, an der ich meine Beamtenstelle antrat, war eine Gemeinschaftsschule. In vielerlei Hinsicht war sie das genaue Gegenteil der Schule in Izmir.
Ich arbeitete also als verbeamtete Lehrerin an einer staatlichen Schule, merkte aber bald, dass es nicht das Richtige für mich war. Viele Faktoren spielten ineinander, und ein Wochenende in Arco gab den entscheidenen Impuls. Die Reihe „Mein Ausstieg aus dem Beamtentum“ beleuchtet den Prozess, den ich in dieser Zeit durchlaufen habe. Bis hin zur Kündigung und beruflichen Neu- bzw. Andersorientierung.

 

Das Gespräch mit der Schulleiterin

Lange genug hatte ich es hinausgezögert – mit mir selbst. Doch da die Schule auch fürs nächste Schuljahr planen muss, wollte ich so aufrichtig sein und meine Entscheidung, nach diesem Schuljahr aufzuhören, der Schulleitung zumindest noch vor den Pfingstferien mitteilen.

Ich war ziemlich nervös. Es brauchte mehrere Anläufe, bis die Direktorin Zeit für mich hatte. Aber ich hab mich davon nicht abwimmeln lassen. Schiebe ja sonst gern unangenehme Gespräche auf, wenn es nicht dringend ist und nicht auf Anhieb klappt. Aber das nicht. Ich wollte es endlich hinter mir haben.

Die Direktorin ist echt ein Herz. Ein Mensch.

Nach meiner Ansage, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr an der Schule sein werde, fragte sie erstmal, ob ich schwanger wäre 😀
Dass ich „kündigen“ werde, nahm sie „gut“ auf. Sie verstand irgendwie, dass es an meiner Entscheidung nichts mehr zu rütteln gab. Sagte mir, dass ich einen guten Job mache und sie es super schade findet, dass ich gehe.

Konkrete Gründe wollte ich ihr gegenüber nicht nennen.

Sie war so lieb, direkt mit mir beim Ministerium anzurufen, um ein paar Dinge abzuklären: Ob denn ein Freistellungsjahr möglich sei (ist es nicht, denn es herrscht Lehrermangel… welch Logik), welche Möglichkeiten es sonst gäbe, ob ich mich wieder bewerben kann, wenn ich es mir anders überlege.

Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie damit so gut, so menschlich, umgegangen ist. Denn ich wusste wirklich nicht, was mich erwartet.

Sie sicherte mir auch zu, dass es zunächst innerhalb des Schulleitungsteams bleibt und ich solle die Kollegen und Schüler selbst darüber informieren.

Ich war unglaublich erleichtert, als ich wieder aus ihrem Büro gegangen bin!

 

Mein Verstand hatte wieder einmal Unrecht

Dieser Schritt war nur einer von vielen neuen Schritten, die ich machte. Wie auch bei anderen, so stellte sich auch in dieser Situation mal wieder heraus, wie falsch mein Verstand, die kleine Stimme in meinem Kopf, lag. Panik und Schreckensszenarien ohne Ende. Und dann? Kam doch alles ganz anders.
Ich kann jedem nur ans Herz legen, mal im Kleinen Dinge anders zu machen, auszuprobieren. Ich werdet über die Resultate meist mehr als überrascht sein. Vielleicht passieren sogar Dinge, die sich euer Verstand niemals hätte ausdenken können. Wenn ihr das tut, seid ihr auf dem Weg, diese fiese kleine Stimme leiser werden zu lassen… das befreit unheimlich! Viel Spaß!

 

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Die gesamte Reihe zu meinem Ausstieg aus dem Beamtentum findest du hier (klick).
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