Kitesurfen – once again, und zwar in Izmir/ Alaçatı

Nachtrag zu meiner Zeit in Izmir vor zwei Wochen

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Der perfekte Wind

Wie schon beschrieben, ist der Kitesurfspot in Akyaka wirklich speziell, besonders… toll! Ein Windfenster, das sich jeden Tag zur ungefähr gleichen Zeit öffnet und abends wieder schließt. Die Bucht von Akyaka hat einen „eigenen“ Wind, der sich aufgrund der Thermik (Land-See-Windsystem – endlich findet die graue Theorie mal Anwendung!) und des umliegenden Reliefs bildet. Dieser Wind ist somit absolut unabhängig von den ihn umgebenden großräumigen Luftströmungen.
Bei vielen anderen Kitespots ist das anders. Dort ist man auf großräumige Windströmungen angewiesen. Weht der Wind nicht in die richtige Richtung, ist es eben nichts mit Kitesurfen. Falls doch, ist es im Gegensatz zu Akyaka sogar möglich, nachts oder am frühen Morgen zu kitesurfen.
In den zwei Wochen, die ich nach meiner Zeit an der lykischen Küste noch in Izmir verbrachte, hoffte ich natürlich auf guten Wind, um auch hier nochmals in den Genuss des Kitesurfens zu kommen. Solange sah ich mir noch die Surfspots an:

Gülbahce/ Izmir

In den letzten Jahren kamen an diesem Spot immer mehr Kiteschulen hinzu. Der Untergrund ist steinig, es gibt einen Bereich für Freestyle, einen für die ganz neuen Beginner mit ihren Lehrern und den Bereich für Rider. Außerdem viele Wespen (nicht Bienen, wie in Akyaka). Mustafa, den ich dort kennengelernt habe, sowie die anderen wenigen, die ich am Wochenende dort antraf, war super nett und gab mir auch ein paar Infos. Hier kitet man am besten bei Nordwind und es ist auch schon früh um 6 möglich, wenn der Wind stimmt.

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Alaçatı/ Izmir

Beim ersten Besuch dort fuhren wir erstmal zur Kiteschule „Myga“ auf der Seite, auf der sich auch die vielen schicken Villen befinden, in deren „Vorgarten“ die jeweils dazugehörige Yacht parkt. Ob man auf dieser Seite kiten darf, weiß ich jetzt gar nicht. Wir waren auf der anderen Seite, auf die man über eine relativ gut ausgebauter Straße in ca. 10-15 Minuten kommt.
Relativ südlich in der Bucht stehen ein paar Container der Surfschulen, in denen Material verstaut ist. Laut Kan, einem der Surflehrer, kann man hier bei Nordwind kiten, der sich zu dieser Jahreszeit oft erst mittags einstellt.
Ich war hier bei Südwind kiten: in dem Fall trifft man sich am nördlichen Ende der Bucht. Der „Einstieg“ ist seitlich, d.h. der Wind weht parallel zur Küste. Außerdem ist der „Strand“ relativ klein. Eine Umstellung für mich, da ich es gewohnt war, den Kite auf dem unglaublich breiten Sandstrand in Akyaka zu starten und landen, wo der Wind direkt landwärts wehte. Umut hatte mir ja erzählt, dass sich die Kites zur Hochsaison auf dem Strand „stapeln“ – wie muss es dann erst in Alaçatı an diesem Spot aussehen? Zugegeben, es war Sonntag und einer der wärmeren Tage zu dieser Jahreszeit mit max. 25°C. Dennoch weiß ich nicht – wie so oft früher schon in der Türkei – ob ich dies zur Hochsaison erleben möchte.

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Alaçatı- die Kites stapeln sich schon fast

Endlich – wieder Kitesurfen! Diesmal in Alaçatı.

Ich hatte in Cesme am Strand zur Nebensaison schon öfter Kitesurfer beobachtet und bewundert, diesen Sport jedoch nie wirklich für mich in Betracht gezogen. So ändern sich die Sichtweisen. Natürlich mussten wir die Kitesurfer, die wir gesehen hatten, anquatschen. Denn es sah alles ganz nach Anfangsunterricht aus – vielleicht könnte man sich auch von demjenigen unterrichten lassen? – Nein, leider nicht, er macht das nur für gute Freunde, aber er kennt jemanden…

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Ein Kitesurfer in meinem Garten! 😀

So kam es, dass wir mit Kan von der Myga Surf School in Kontakt kamen. Am nächstmöglichen windigen Tag standen wir auf der Matte. An diesem Tag kam jedoch der Wind aus der falschen Richtung, sodass ich mich noch ein paar Tage gedulden müsste. Als es aber soweit war, waren wir pünktlich um 12 am verabredeten Ort. Dort war bereits ein anderer Kitesurfer auf dem Wasser.
Unglaublich, aber keine Stunde später war das Meer voll mit Menschen und Kites! Viele Autos und auch ein paar Busse karrten an diesem traumhaft schönen Sonntag Einheimische wie Touristen an.
Kann hatte das Equipement in seinem Auto dabei… Leider dauerte es bis ungefähr halb 2, bis ich überhaupt mal daran denken konnte, ins Wasser zu gehen… Dann hatte ich erst einen viel zu kleinen Kite (10), den ich austauschte. Aber dann!

Dann hatte ich den Spaß meines Lebens! Zweieinhalb Stunden lang hat mich niemand aus dem Wasser bekommen – außer mein Kite! 😀 Hin und her, Crosswind, upwind, downwind… es klappt wieder besser als beim Mal zuvor! So toll! Ich schaffte es, super lange auf dem Brett zu stehen (an der Haltung muss ich immernoch üben…), upwind zu fahren oder zumindest crosswind und sogar vielen anderen Kitesurfern auszuweichen. Es hat einfach riesig Spaß gemacht.
Ein paar Abflüge übers Brett waren auch wieder dabei und ich merkte, wie schnell das ins Genick geht… Aber es ging alles gut und der Spaß überwog.
Irgendwann wurden dann aber leider wieder die Beinmuskeln müde, sodass ich wieder an Land ging. Obwohl echt gutes Wetter war, ist es natürlich recht frisch bei dem Wind, sodass ich nach einer kleinen Stärkung nicht weitermachte. Kann bekam die ausgehandelten 200 TL, ich zog mich um und duschte mich im Kastenwagen. Meine Haare trockneten dank der hereinscheinenden Sonne auch recht gut und ich merkte, dass ich mal wieder ganz schön geschafft war und am nächsten Tag wieder Muskeln und andere Körperteile spüren würde. Und das tat ich letztlich mit Freude, denn es gibt kaum einen tolleren Sport 😀

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Ich. Will. Auch!!!

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Ich bekomme irgendwas erklärt 😀

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Vorfreude – endlich darf ich raus!!

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Nachfreude – nach 2,5h Spaß ohne Ende // Könnt ihr meinen Kastenwagen entdecken?

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Auch am späten Nachmittag noch einiges los!

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1 Antwort

  1. 25. Dezember 2018

    […] stimmt, ich wollte mich diesbezüglich kurzhalten. Also hier nur der Verweis zum ausführlichen Artikel […]